Krämer, Johann Peter*
geboren
31.3.1883 Ober-Gersprenz (heute Reichelsheim (Odenwald)) gestorben
9.7.1948 Frankfurt am Main Beruf
Schlosser, Gewerkschaftssekretär, Gastwirt, Kommunalpolitiker Konfession
gottgläubigWirken
Werdegang
- Ausbildung zum Schlosser
- ca. 1900 Übersiedlung nach Fechenheim (bei Frankfurt am Main)
- 1918-1926 Betriebsratsvorsitzender bei der Firma Cassella
- ab 1926 als Gewerkschaftssekretär Geschäftsführer und erster Bevollmächtigter im „Fabrikarbeiter-Verband“, Vorläufer der IG-Chemie, Papier, Keramik in Frankfurt (Main)
- 1928-1933 Abgeordneter (SPD) der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt, dort Mitglied im Tiefbauausschuss, in der Hochbaudeputation und der Deputation für das Wohnungswesen
- März 1933 keine erneute Kandidatur nach Auflösung der Gemeindevertretungen in Preußen
- 25.6.1933 Verhaftung und „Schutzhaft“ zusammen mit anderen SPD-Funktionären
- nach eigenen Angaben auch zweite Verhaftung
- Entlassung als sozialdemokratischer Gewerkschaftssekretär
- ab 1933/1934 selbständiger Gastwirt
- 1934 Beitritt zur „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) und der „Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt“ (NSV)
- 1936-1945 Mitglied der „Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung“ (NSKOV)
- 1941-1943 Mitglied der NSDAP (nach eigenen Angaben gezwungenermaßen)
- 1940 Aufgabe des erfolgreichen Gastwirtschaftsbetriebs mit kleiner Invalidenrente
- 1947 als „Mitläufer“ eingestuft, kein Antrag auf Entschädigung
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1928-1933
Lebensorte
Frankfurt am Main
Familie
Vater
Krämer, Johann Peter, * Reichelsheim (Odenwald) 29.5.1851, Schuhmacher, Fabrikarbeiter, Sohn des Carl Krämer, Handarbeiter, und der Katharina Dingeldein
Mutter
Krebs, Margaretha, * Gras-Ellenbach 29.9.1853, Heirat Reichelsheim (Odenwald) 14.1.1877, Tochter des Jacob Krebs, Tagelöhner, und der Anna Elisabetha Gerbig
Partner
Raab, Mathilde, (⚭ Fechenheim 16.7.1908) * Oppenhausen (Rhön) 1.12.1884, Tochter des Johann Raab, Tagelöhner, und der Maria Anna Hartmann
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 9730 (Standesämter Fechenheim und Seckbach: Heiratsregister. Mit Namensverzeichnissen 1908, Nr. Fechenheim/38)
- HStAM Bestand 903 Nr. 11214 (Frankfurt IV, Sterbenebenregister, 1948, Nr. 1289/IV)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 197 ff.
- Beier, Arbeiterbewegung in Hessen, Frankfurt am Main 1984, S. 472
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Krämer, Johann Peter*“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16785_kraemer-johann-peter> (aufgerufen am 16.04.2026)
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