Heise, Wilhelm Stephan* Adolf
Wirken
Werdegang
- nach Besuch der Volksschule Ausbildung zum Buchbinder
- 1901 Eintritt in die Gewerkschaft des Deutschen Buchbinderverbandes
- bis 1918 Lokalredakteur bei verschiedenen Publikationen der Arbeiterpresse
- 1915-1918 Einsatz an der Ostfront
- 1917 Beitritt zur USPD als Gegner der Kriegspolitik
- November 1918 Mitglied des Soldatenrates in Wilna
- 1919-1920 Abgeordneter der USPD im Stettiner Stadtparlament
- 1920 Redakteur der Zeitung „Volksrecht“ in Frankfurt am Main
- propagiert den „Klassenkampf“ und die „Diktatur des Proletariats“
- Kritik an SPD, aber auch KPD
- 1922 nach Vereinigung von (M)SPD und USPD Leiter der Lokalredaktion der sozialdemokratischen „Volksstimme“ als Vertreter des linken Parteiflügels
- 1924-1933 Abgeordneter (SPD) der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt, dort Mitglied des Ältesten-, Haupt-, Hochbau-, Tiefbau- und Magistratswahlausschusses sowie verschiedener Deputationen
- Mitglied mehrerer Aufsichtsräte
- Vertreter einer pragmatischen und realitätsbezogenen Sozialpolitik
- bekämpft die reaktionären und nationalsozialistischen Kräfte im Stadtparlament
- März 1933 erfolgreiche Kandidatur bei der Kommunalwahl, Mitglied des Ältesten- und des Hauptausschusses, später auch verschiedener Deputationen und Aufsichtsräte
- 5.5.1933 fristlose Entlassung bei der „Volksstimme“, Berufsverbot, Erwerbslosigkeit
- 12.5.1933 kurzzeitige Verhaftung
- 14.6.1933 als Mitglied sämtlicher Deputationen beurlaubt
- 23.6.1933 Ausschluss aller SPD-Mitglieder von der Ausübung ihrer Mandate im Stadtparlament
- 25.6.1933 Verhaftung gemeinsam mit anderen SPD-Funktionären, mehrtägige „Schutzhaft“
- 1934 Einrichtung eines Zigarrengeschäfts
- Teilnahme an Widerstandsarbeit gegen das NS-Regime
- 23.10.1935 Verhaftung, anschließend Haft in Frankfurt, Kassel und Hannover wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“
- 23.12.1936 bei Haftentlassung Übergabe an die Gestapo
- bis 9.11.1940 Haft im KZ Lichtenburg und Buchenwald, anschließend Meldepflicht bei der Gestapo
- 18.1.1942 erneute Verhaftung und wochenlange Verhöre
- Schließung des Geschäfts wegen politischer Unzuverlässigkeit
- 9.3.1942 KZ Sachsenhausen-Oranienburg
- Februar 1945 nach Aussage eines Mit-Häftlings Aussonderung und Transport nach Bergen-Belsen, dort vermutlich ums Leben gekommen
- offizielles Todesdatum 31.3.1945, genauer Todestag unbekannt
- Erinnerung der Stadt Frankfurt am Main durch Benennung der „Stephan-Heise-Straße“ in Westhausen
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1924-1933
Werke
- Die Märzoffensive der Revolutionsphantasten. Eine Kritik der kommunistischen Putschpolitik, Frankfurt (Main) 1921
Familie
Vater
Heise, Friedrich August Adolf, * Grebenstein 1.3.1855, Vergolder, Kaufmann in Kassel, Sohn des Theodor Heise und der Caroline Klari
Mutter
Hartmann, Marie Elisabeth, * Kassel 31.8.1856, † Kassel 11.1.1922, Heirat Kassel 20.8.1881, Hausmädchen, Tochter des Martin Justus Hartmann und der Betty Marie Hilsefung
Partner
Müller, Lina, (⚭ Kassel 18.4.1906) * Kassel 28.7.1887, † Frankfurt am Main 31.12.1971, Hausmädchen, Tochter des Heinrich Friedrich Karl Müller und der Margarete Elisabeth Mentel
Verwandte
Heise, Kurt <Sohn>, * Barmen 5.8.1909
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 910 Nr. 5158 (Kassel I, Heiratsnebenregister, 1881, Nr. 257)
- HStAM Bestand 910 Nr. 5583 (Kassel I, Sterbenebenregister, 1922, Nr. 67)
- StadtA KS Bestand A 3.35.1 Nr. 2.1.87 (Kassel I, Heiratsnebenregister, 1906, Nr. 253)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 147 ff.
- Beier, Arbeiterbewegung in Hessen, Frankfurt am Main 1984, S. 443
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heise, Wilhelm Stephan* Adolf“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16719_heise-wilhelm-stephan-adolf> (aufgerufen am 15.04.2026)
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