Heise, Wilhelm Stephan* Adolf

 
geboren
31.12.1883 Kassel
gestorben
31.3.1945 Sachsenhausen (Konzentrationslager)
Beruf
Buchbinder, Journalist, Redakteur, Kommunalpolitiker
Konfession
evangelisch-lutherisch
GND-Explorer
126387826

Wirken

Werdegang

  • nach Besuch der Volksschule Ausbildung zum Buchbinder
  • 1901 Eintritt in die Gewerkschaft des Deutschen Buchbinderverbandes
  • bis 1918 Lokalredakteur bei verschiedenen Publikationen der Arbeiterpresse
  • 1915-1918 Einsatz an der Ostfront
  • 1917 Beitritt zur USPD als Gegner der Kriegspolitik
  • November 1918 Mitglied des Soldatenrates in Wilna
  • 1919-1920 Abgeordneter der USPD im Stettiner Stadtparlament
  • 1920 Redakteur der Zeitung „Volksrecht“ in Frankfurt am Main
  • propagiert den „Klassenkampf“ und die „Diktatur des Proletariats“
  • Kritik an SPD, aber auch KPD
  • 1922 nach Vereinigung von (M)SPD und USPD Leiter der Lokalredaktion der sozialdemokratischen „Volksstimme“ als Vertreter des linken Parteiflügels
  • 1924-1933 Abgeordneter (SPD) der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt, dort Mitglied des Ältesten-, Haupt-, Hochbau-, Tiefbau- und Magistratswahlausschusses sowie verschiedener Deputationen
  • Mitglied mehrerer Aufsichtsräte
  • Vertreter einer pragmatischen und realitätsbezogenen Sozialpolitik
  • bekämpft die reaktionären und nationalsozialistischen Kräfte im Stadtparlament
  • März 1933 erfolgreiche Kandidatur bei der Kommunalwahl, Mitglied des Ältesten- und des Hauptausschusses, später auch verschiedener Deputationen und Aufsichtsräte
  • 5.5.1933 fristlose Entlassung bei der „Volksstimme“, Berufsverbot, Erwerbslosigkeit
  • 12.5.1933 kurzzeitige Verhaftung
  • 14.6.1933 als Mitglied sämtlicher Deputationen beurlaubt
  • 23.6.1933 Ausschluss aller SPD-Mitglieder von der Ausübung ihrer Mandate im Stadtparlament
  • 25.6.1933 Verhaftung gemeinsam mit anderen SPD-Funktionären, mehrtägige „Schutzhaft“
  • 1934 Einrichtung eines Zigarrengeschäfts
  • Teilnahme an Widerstandsarbeit gegen das NS-Regime
  • 23.10.1935 Verhaftung, anschließend Haft in Frankfurt, Kassel und Hannover wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“
  • 23.12.1936 bei Haftentlassung Übergabe an die Gestapo
  • bis 9.11.1940 Haft im KZ Lichtenburg und Buchenwald, anschließend Meldepflicht bei der Gestapo
  • 18.1.1942 erneute Verhaftung und wochenlange Verhöre
  • Schließung des Geschäfts wegen politischer Unzuverlässigkeit
  • 9.3.1942 KZ Sachsenhausen-Oranienburg
  • Februar 1945 nach Aussage eines Mit-Häftlings Aussonderung und Transport nach Bergen-Belsen, dort vermutlich ums Leben gekommen
  • offizielles Todesdatum 31.3.1945, genauer Todestag unbekannt
  • Erinnerung der Stadt Frankfurt am Main durch Benennung der „Stephan-Heise-Straße“ in Westhausen

Funktion

  • Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1924-1933

Werke

  • Die Märzoffensive der Revolutionsphantasten. Eine Kritik der kommunistischen Putschpolitik, Frankfurt (Main) 1921

Familie

Vater

Heise, Friedrich August Adolf, * Grebenstein 1.3.1855, Vergolder, Kaufmann in Kassel, Sohn des Theodor Heise und der Caroline Klari

Mutter

Hartmann, Marie Elisabeth, * Kassel 31.8.1856, † Kassel 11.1.1922, Heirat Kassel 20.8.1881, Hausmädchen, Tochter des Martin Justus Hartmann und der Betty Marie Hilsefung

Partner

Müller, Lina, (⚭ Kassel 18.4.1906) * Kassel 28.7.1887, † Frankfurt am Main 31.12.1971, Hausmädchen, Tochter des Heinrich Friedrich Karl Müller und der Margarete Elisabeth Mentel

Verwandte

Heise, Kurt <Sohn>, * Barmen 5.8.1909

Nachweise

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Heise, Wilhelm Stephan* Adolf“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16719_heise-wilhelm-stephan-adolf> (aufgerufen am 15.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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