Gessel, Theodor* Johann
geboren
25.9.1898 Wesel (Kees) gestorben
5.7.1993 Frankfurt am Main Beruf
Diplom-Kaufmann, Geschäftsführer, Kommunalpolitiker Titel
Dr. Konfession
katholisch GND-Explorer
142828750Wirken
Werdegang
- Abitur am humanistischen Gymnasium in Wesel
- Studium der Betriebswirtschaftslehre
- Teilnahme am Ersten Weltkrieg
- Mitglied in Organisationen der katholischen Kirche
- ab 1922 Leutnant der Reserve
- spätestens ab 1927 in Köln wohnhaft
- um 1929 Übersiedelung nach Frankfurt am Main
- beschäftigt bei der Firma J. S. Fries Sohn, ab 1930 gleichberechtigter Gesellschafter
- Mitglied der Zentrumspartei
- seit 1930 im Vorstand des Industrie- und Handelsbeirates der Zentrumspartei
- März 1933 erfolglose Kandidatur auf der Liste der Zentrumsfraktion für das Frankfurter Stadtparlament
- April 1933 zum Nachrücker für Severin Nelles verpflichtet
- Wahl zum Mitglied des Wirtschaftspolitischen Ausschusses, Ernennung zum Mitglied der Werksdeputation und zum stellvertretenden Mitglied der Verkehrs- und Wirtschaftsdeputation
- April 1933 Beitritt zum „Stahlhelm“ in der Annahme, von dort aus sei Widerstand gegen den Nationalsozialismus möglich
- nach dem zum 1.1.1934 erlassenen neuen Gemeindeverfassungsgesetz keine Berufung in einen Fachausschuss für Abgeordnete ohne Angehörigkeit zur NSDAP, SA oder SS, daher Ende der Amtszeit am 31.12.1933
- 1935 Verlust der Funktionen in den städtischen Energiegesellschaften und 1936 als Beisitzer des Frankfurter Amtsgerichts
- nach 1934 Mitglied der Deutschen Arbeitsfront, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, der Deutschen Jägerschaft und der SA-Reiterstandarte
- keine Aufnahme in die NSDAP wegen politischer Unzuverlässigkeit
- 1937 Ausscheiden aus der Reiterstandarte der SA
- 1939 Kriegsteilnahme am Westwall, offenes Bekenntnis als Kriegsgegner
- ab 1940 Fortsetzung der erfolgreichen Geschäftsführung der Firma J. S. Fries Sohn
- 1933-1945 beträchtliche Umsatzsteigerung der Firma, auch durch Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern
- galt als sozial eingestellter Chef
- 1943 staatspolizeiliche Verwarnung der Familie wegen antinationalsozialistischer Haltung, Vorwurf „katholischer“ Aktivitäten
- 1948 Einstufung als „nicht belastet“ im Spruchkammerverfahren
- nach 1945 Fortsetzung der erfolgreichen Geschäftsführung bei J.S. Fries Sohn
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (Deutsche Zentrumspartei), 1933
Lebensorte
Wesel; Köln; Frankfurt am Main
Familie
Partner
Sauvageot, Lucie, * Köln 4.3.1905, † Frankfurt am Main 20.10.1987, Heirat 1.1.1926
Verwandte
- Gessel, Ingetraud* Agnes Luise <Tochter>, * Köln 20.2.1927
- Gessel, August* Wilhelm <Sohn>, * Frankfurt am Main 8.5.1930
- Gessel, Lucie* Elisabeth Christine <Tochter>, * Frankfurt am Main 8.4.1937
Nachweise
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 127 ff.
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gessel, Theodor* Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16707_gessel-theodor-johann> (aufgerufen am 22.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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