Aschenbrenner, Johann Heinrich*
Wirken
Werdegang
- Besuch der Lersnerschule in Frankfurt am Main
- ab 1895 Tätigkeiten als Ausläufer, Tagelöhner und Gärtner
- zeitweise Aufenthalt außerhalb Frankfurts, unter anderem in München und Straßburg
- 1904 Rückkehr nach Frankfurt am Main
- 1904 und 1905 Haftstrafen in Frankfurt-Preungesheim und Lichtenau
- ab 1910 verschiedene Arbeitsverhältnisse in Frankfurt am Main
- 1920-1922 Güterbodenarbeiter bei der Eisenbahn
- 1922 Strafverfahren und Geldstrafe wegen Aktivitäten im Rahmen des Eisenbahnerstreiks trotz des reichsweiten Streikverbots im Februar 1922
- nach Entlassung von der Eisenbahn Tätigkeiten als Tagelöhner, Expedient, ab 1931 Gastwirt
- 5.6.1928-7.2.1933 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt (KPD)
- häufige verbale und tätliche Auseinandersetzungen mit anderen Stadtverordneten
- in den 1930er Jahren Mitglied des Vorstandes der Lungentuberkulose-Vereinigung Groß-Frankfurt am Main
- seit 1931 Betreiber einer Schankwirtschaft in der Altstadt, Treffpunkt von Kommunisten und KPD-Sympathisanten
- Beteiligung an KPD-Aufmärschen und an der Organisation von kommunistischen „Erwerbslosendemonstrationen“
- 1929 Strafverfahren wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt
- 19.1.1933 politische Grabrede bei der Beerdigung eines Arbeiterkindes auf dem Friedhof von Neu-Ansbach führt zu juristischem Nachspiel und vorübergehender „Schutzhaft“ im März 1933
- 8.6.1933 Verurteilung wegen Verübung „beschimpfenden Unfugs“ und Vergehens gegen §166 StGB zu sechs Wochen Gefängnis
- September-Oktober 1933 nach längerem Widerspruchsverfahren Haft in Preungesheim
- Ende 1935 Aufgabe der Gastwirtschaft nach zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten, danach als Zapfer tätig
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1928-1933
Familie
Vater
Aschenbrenner, Conrad Carl, * Streitberg 25.4.1850, Kupferschmied, Sohn des Conrad Aschenbrenner, Lehrer, und der Elisabetha Löffert
Mutter
Walther, Catharine Helene, * Frankfurt am Main 9.8.1856, Heirat Frankfurt am Main 15.5.1878, Tochter des Philipp Walther, Weißbindermeister, und der Dorothea Wilhelmine Fescher
Partner
Fischer, Josefine Sophie*, (⚭ Frankfurt am Main 26.5.1913) * Oberrad 21.8.1884, † nach 1975, Arbeiterin, Tochter des Johann Adam Fischer, städtischer Arbeiter und der Lina Walther
Nachweise
Quellen
- Standesamt Frankfurt am Main I (mit Bornheim): Heiratsregister (Einträge 351–700) 24.4.1878–9.8.1878, Nr. 410
- Standesamt Frankfurt am Main I: Heiratsregister (Einträge 297–592) 18.4.1913–10.7.1913, Nr. 457
- HStAM Bestand 903 Nr. 8933 (Mitte (Frankfurt), Geburtsnebenregister, 1879, Nr. 3689)
- HStAM Bestand 903 Nr. 11122 (Frankfurt IV, Sterbenebenregister, 1941, Nr. 1769/IV)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 33 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Aschenbrenner, Johann Heinrich*“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16522_aschenbrenner-johann-heinrich> (aufgerufen am 16.04.2026)
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