Freund, Fritz
Andere Namen
Geburtsname
Freund, Friedrich* Julius
Wirken
Werdegang
- Altes Realgymnasium Darmstadt, Pianist
- 1917 Reifeprüfung, Eintritt Feldartillerieregiment Nr. 61 in Darmstadt und Immatrikulation in Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt am Main
- Kriegseinsatz: Verwundung, Verschüttung und Gasvergiftung, Lazarett, 15.12.1918 Entlassung aus dem Heer
- 1919 Studium in Heidelberg und Gießen, Mitglied der Bavaria Heidelberg und der Staufia Gießen
- 1921 Fakultätsprüfung und Referendar am Amtsgericht Darmstadt
- 1923 Promotion in Gießen mit der Arbeit „Das Wesen des Staates als Problem der Rechtswissenschaft“
- 1924 Staatsprüfung und Gerichtsassessor
- 1925 Rechtsanwalt in Darmstadt, insbesondere bekannter Scheidungsanwalt
- 1926 Mitglied der Bruderschaft der Starkenburger Loge B'nai Brith
- 1927 Erwerb der Villa Bismarckstrasse 37 von den Erben von Ferdinand Wittlich (1826-1912),
- 30.1.1933 bereits erstmals bei einer Demonstration zusammengeschlagen und Verhaftung
- 7.4.1933 wegen des „Frontkämpferprivilegs“ vom Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft noch nicht betroffen
- 1937 Verkauf der Villa in Darmstadt unter Ausnutzung der Notlage Freunds an Ludwig Riemenschneider, Übersiedlung nach Berlin
- 1938 Verhaftung und Inhaftierung im KZ Oranienburg, dann Klavierstimmer
- 1940 Zwangsarbeiter bei den Deuta-Werken GmbH
- 18.6.1942 Unterzeichnung eines „Heimeinkaufsvertrags“ in Theresienstadt mit der Gestapo und vollständige Enteignung des Vermögens
- 1943 mit seiner Frau Deportation in das Ghetto Theresienstadt
- 18.5.1944 mit seiner Frau Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz und Ermordung
Lebensorte
Darmstadt; Frankfurt am Main; Heidelberg
Familie
Vater
Freund, Carl, geboren Feudenheim (heute Mannheim) 19.9.1868, gest. Darmstadt 3.2.1936, Kaufmann, Prokurist in der Zigarrenfabrik seines Bruders Max Freund in Pfungstadt, er verheiratet II. 12.4.1916 mit Erna Mathilde Alma Levi, * Frankfurt am Main 23.6.1894, gestorben Darmstadt 23.1.1933, Tochter des Heinrich Eduard Levi, 1858-1919, in Frankfurt am Main, und der Amalie Gunzenhäuser
Mutter
Friedberger, Anna Amalie, * Laubenheim 25.9.1873, gest. Darmstadt 14.6.1914, Heirat 14.4.1896
Partner
Nickelsburg, Hilde Elisabeth, 1901-1944, Heirat Worms 24.12.1936, Röntgenassistentin
Verwandte
- Shelton, Hildegard, geb. Freund <Schwester>, 1917-1999, emigrierte 1935 in die Schweiz, dann nach Palästina, später in London, verheiratet 1948 mit Francis Shelton, aus Budapest
- Tabori, Hanna, geb. Freund <Schwester>, 1919-1969, emigrierte 1936 nach Palästina, 1942 Sekretärin der BBC in Jerusalem, Studium der Psychologie in New York, Sozialarbeiterin, verheiratet 1942-1953 mit George Tabori, 1914-2007, GND, Dramatiker, Hörspiel- und Drehbuchautor, Romancier, Übersetzer, Regisseur, Theaterdirektor
- Freund, Max <Onkel>, 1857-1933, Zigarrenfabrikant in Feudenheim und Pfungstadt
- Kay, Hanna, geb. Freund <Tante>, * Odenheim 22.11.1867, gest. Berlin, Jüdisches Krankenhaus, 22.1.1943, verheiratet 1901 mit Bernhard Kay, * Pommern 15.8.1867, gestorben New York 23.4.1931, Unternehmer in New York
- Freund, Karl <Vetter>, 1882-1943, Kunsthistoriker, Kurator
Nachweise
Quellen
- HStAD Bestand G 21 B Nr. 3383/1-2 (Personalakte)
- HStAM Bestand 901 Nr. 167 (Darmstadt, Geburtsnebenregister, 1898, Nr. 20)
Literatur
- Elisabeth Krimmel, Fritz Freund (1898–1944). Familienmensch und Rechtsanwalt, in: Battenberg/Engels/Lange (Hrsg.), Juden als Darmstädter Bürger, Neuausgabe, Wiesbaden 2019, S. 373-377
- Elisabeth Krimmel, Freund ohne Freunde. Das Leben des Dr. Fritz Julius Freund (1898–1944), Darmstadt 2013
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Freund, Fritz“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16395_freund-fritz> (aufgerufen am 18.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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