Dänemark, Louise Königin von

Dänemark, Louise Königin von
Andere Namen
Geburtsname
Hessen, Louise%Prinzessin von
Familie
Vater
Mutter
Partner
Christian VIIII., Dänemark, König, GND, (⚭ Kopenhagen 26.5.1842) * Schleswig (Schloss Gottorp) 8.4.1818, † Kopenhagen 29.1.1906, Sohn des Wilhelm Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, GND, 1785–1831, und der Louise Prinzessin von Hessen-Kassel, 1789–1867
Verwandte
- Hessen, Friedrich Wilhelm Landgraf von <Bruder>, 1820-1884
- Anhalt-Dessau, Marie Prinzessin von <Schwester>, 1814-1895
- Blixen-Finecke, Auguste von <Schwester>, 1823-1889
Leben
Aus der Biografie
Prinzessin Louise verbrachte nur ihre ersten Lebensjahre in Hessen. Da Kurfürst Wilhelm II. der landgräflichen Familie eine Residenz in Kassel verwehrte, kehrten ihre Eltern an den dänischen Hof zurück, wo sie sich auch kennen gelernt hatten. Die musisch talentierte Louise erhielt Klavierunterricht bei führenden dänischen Komponisten. Gleichermaßen malerisch begabt und gefördert, schuf sie später selbst Kunstwerke für den öffentlichen Raum, so ein Altarbild für die Kirche in Gentofte. Ihr Interesse für die Malerei führte sie auch als Mäzenin fort. Durch regelmäßige Besuche auf Schloss Rumpenheim pflegte sie den Kontakt mit der hessischen Familie. 1842 heiratete sie ihren Vetter 2. Grades, Prinz Christian aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. In der dänischen Thronfolgefrage hatten die Großmächte sich 1852 im Londoner Protokoll für den Glücksburger entschieden. Durch Louises Mutter, die Schwester König Christians VIII., hätten an sich auch sie und ihre Geschwister Ansprüche gehabt, auf die sie verzichteten. So konnte Prinz Christian 1863 als Christian IX. den Thron besteigen.
Mütterlicherseits aus der alten, auf dem Haus Oldenburg gründenden Königsfamilie stammend und am Hof aufgewachsen, kam Louise in der von nationalen Interessensgegensätzen geprägten, explosiven Zeit eine vermittelnde Funktion zu. Trotz des unglücklichen Krieges von 1864, durch den Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg verlor, gelangte das Königshaus durch eine glückliche Heiratspolitik in Europa zu großem Ansehen. Alle sechs Kinder aus der Ehe Louises mit König Christian IX. bestiegen selbst Königsthrone oder heirateten in andere europäische Herrscherfamilien. Neben Dänemark selbst waren es Schweden, Großbritannien, Griechenland, Russland, das Haus Hannover und das ehem. französische Königshaus. Königin Louise wird zu Recht als „Schwiegermutter Europas“ bezeichnet. Sie war überdies Schirmherrin zahlreicher wohltätiger Einrichtungen, zu denen das 1863 von ihr gegründete erste Diakonissenstift in Dänemark zählte.
Christine Klössel
(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 171 f.)
Nachweise
Literatur
- Franz, Das Haus Hessen. Ein biographisches Lexikon, Darmstadt 2012, Nr. HK 78, S. 171 f. (Christine Klössel)
Bildquelle
Königin Louise von Dänemark, Litho, Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie H 310 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 171
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Dänemark, Louise Königin von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/15845_daenemark-louise-koenigin-von> (aufgerufen am 13.04.2026)
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