Mecklenburg-Schwerin, Sophie Charlotte Herzogin von

Mecklenburg-Schwerin, Sophie Charlotte Herzogin von
Andere Namen
Geburtsname
Hessen-Kassel, Sophie Charlotte%Landgräfin von
Familie
Vater
Mutter
Partner
Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Wilhelm Herzog von, GND, * Grabow 28.3.1675, † Mainz 31.7.1713, Heirat Kassel 2.1.1704, Sohn des Friedrich Herzog von Mecklenburg, 1638-1688, und der Christine Wilhelmine Landgräfin von Hessen-Homburg, 1653-1722
Verwandte
- Schweden, Friedrich I. König von <Bruder>, 1676-1751
- Hessen-Kassel, Wilhelm VIII. Landgraf von <Bruder>, 1682-1760
- Hessen-Kassel, Leopold Landgraf von <Bruder>, 1684-1704
- Hessen-Kassel, Ludwig Landgraf von <Bruder>, 1686-1706
- Nassau-Oranien, Marie Luise Fürstin von <Schwester>, 1688-1765
- Hessen-Kassel, Maximilian Landgraf von <Bruder>, 1689-1753
- Hessen-Kassel, Georg Landgraf von <Bruder>, 1691-1755
- Hessen-Kassel, Karl Landgraf von <Bruder>, 1680-1702
Leben
Aus der Biografie
Die Ehe Sophie Charlottes, der ältesten Tochter des Landgrafen Karl, mit Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin entsprach dynastischen Heiratsbanden zwischen den beiden Familien, die schon länger bestanden. Eine maßgebliche Vermittlerrolle spielte Landgraf Karls Schwester, die dänische Königin Charlotte Amalie. Die Beziehung des Paares war jedoch von Beginn an problematisch. Friedrich Wilhelm „der Debauchierte“ führte ein ausschweifendes Leben und hatte zahlreiche Mätressen, die ihm mindestens neun Kinder gebaren. Die Ehe mit Sophie Charlotte blieb dagegen kinderlos, und schon im Herbst 1705 fürchteten die einige Wochen zu Besuch in Schwerin weilenden Eltern um das Wohl ihrer Tochter. Zudem lag der Herzog mit seiner eigenen Familie wie mit dem Adel seines Landes im Dauerkonflikt. Das Verhältnis des Landgrafen zu seinem Schwiegersohn verschlechterte sich 1710 mit der Scheidung von dessen Bruder Karl Leopold (1678–1747), der ähnlich ausschweifend lebte, von seiner ersten Frau Sophia Hedwig von Nassau (1690–1734), der Schwägerin von Karls jüngerer Tochter Marie Luise. Schließlich wurde Mecklenburg Anfang 1713 von den Armeen des Nordischen Kriegs überzogen und blieb jahrelang besetzt. Herzog Friedrich Wilhelm erkrankte bei gemeinsam mit Landgraf Karl in Schlangenbad geführten Verhandlungen und starb auf der Rückreise in Mainz.
In all diesen Jahren hatte Sophie Charlotte mit ihrem im Ehevertrag zugesicherten reformierten Hofstaat gelebt, dessen Angehörige meist aus Hessen stammten. Mit ihrer Entourage zog sie sich nun auf ihren Witwensitz nach Bützow zurück, wo sie – abgesehen von einigen längeren Aufenthalten in Hamburg während des Nordischen Krieges – bis zu ihrem Lebensende blieb. Schon in den 1690er Jahren waren auf Einladung des verstorbenen Herzogs erste Hugenotten nach Mecklenburg gekommen. Sophie Charlotte gründete nun eine deutsch-reformierte Gemeinde in Bützow. Ihre Lebenssituation verbesserte sich erheblich, nachdem ihr Bruder Friedrich I. 1715 die Schwester des Schweden-Königs geheiratet hatte und 1720 selbst König geworden war. Auch ihr seit 1713 in Schwerin regierender Schwager Karl Leopold hielt sich nun mit seinen Zumutungen zurück. Sophie Charlotte war bis ins hohe Alter eine passionierte Jägerin, so dass sie der Bruder 1721 zum „Oberjägermeister“ in Schwedisch-Pommern ernannte.
Holger Th. Gräf
(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 119 f.)
Nachweise
Literatur
- Franz, Das Haus Hessen. Ein biographisches Lexikon, Darmstadt 2012, Nr. HK 35, S. 119 f. (Holger Th. Gräf)
Bildquelle
Herzogin Sophie Charlotte von Mecklenburg, Ölbild, Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie B 84, in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 119
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Mecklenburg-Schwerin, Sophie Charlotte Herzogin von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/15595_mecklenburg-schwerin-sophie-charlotte-herzogin-von> (aufgerufen am 16.04.2026)
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