Nathusius, Johann Gottlob*

Nathusius, Johann Gottlob*
Wirken
Werdegang
- Handlungslehrling
- 1780-1784 Handlungsdiener
- autodidaktische Studien in Wirtschaft, Geldwesen, Physik und Chemie
- 1784 Wechsel zum Handelshaus Sengewald nach Magdeburg
- 14.4.1785 beim Tod Sengewalds Übernahme des Geschäfts gemeinsam mit dessen Schwager, Umfirmierung in „Richter & Nathusius“
- ab. 1.6.1787 nach Aufhebung des preußischen Tabakmonopols Betrieb einer Tabakfabrik in Magdeburg, die beim Tod Richters 1793 bald selbst ein faktisches Tabakmonopol in Preußen besaß
- 1795 Mitglied der Kommission der Preußischen Tabaksadministration
- Königlicher Geheimer Rat
- 1795-1797 Auseinandersetzungen mit der preußischen Regierung wegen der wirtschaftlichen Betätigungsfreiheit
- Austritt und Rückgabe des Geheimratpatents, er spielte mit dem Gedanken nach Amerika auszuwandern
- riesige unternehmerische Erfolge
- 1802 Ausschussverwandter in der (alten) Stadt Magdeburg
- 1807 reichster Bürger Magdeburgs
- nach 1807 Vermittler zwischen Westphalen und Preußen wegen Salzlieferungen
- Aufgabe der Tabakfabrik nach Errichtung des Königreichs Westphalen
- 1808-1813 Mitglied des Departements-Wahlkollegiums des Elbe-Departements
- 1808 Wahlzeuge bei dessen Sitzungen
- 2.6.1808-26.10.1813 Mitglied der Reichsstände des Königreichs Westphalen (Elbe-Departement; Kaufleute und Fabrikanten)
- im Sommer 1808 mit dem Abgeordneten Israel Jacobsson in westphälischem Auftrag in Amsterdam zu Finanzverhandlungen
- Berater des Westphälischen Finanzministers Ludwig Friedrich Viktor Hans von Bülow
- Kritiker der Fremdherrschaft, aber Befürworter der neuen Regierungsform und der Westphälischen Constitution
- 1810 Erwerbung des Klosters Althaldensleben
- ab 1811 Kauf weiterer Güter
- ab 1814 Mitglied der Kommission für die Bildung und Bekleidung der Landwehr
- 1825-1831 Mitglied der Provinzialstände der Provinz Sachsen, ließ sich ab 1829 vertreten
- Aufbau eines wirtschaftlichen Konzerns (Kupferkammer; Maschinenfabrik; Spiritus- und Liqueurfabrik; Bier- und Essigbrauerei; Steinbrüche, Ziegelei, Steingut- und Porzellanfabrik; Obst- und Gartenbau; Mühlen; Rübenzuckerfabrik, später Rohrzuckerraffinerie)
- einer der großen Kreditgeber seiner Zeit
- Eisernes Kreuz
- Roter Adlerorden 3. Klasse
Funktion
- Westphalen, Königreich, Stände, Mitglied, 1808-1813
Lebensorte
Magdeburg
Familie
Vater
Nathusius, Heinrich Wilhelm, 1718–1786, Kursächsischer General-Acciseeinnehmer
Mutter
Süssenbach, Christine Friederike, 1731–1794
Partner
Engelhard, Luise Wilhelmine, (⚭ Kassel 28.2.1808) * 24.6.1787, † 27.1.1875, Tochter des Philipp Engelhard, 1753–1818, Geheimer Kriegsrat am Kriegskolleg in Kassel, und der Philippine Gatterer
Verwandte
- Nathusius-Ludom, Philipp von <Enkel>, GND, * Althaldensleben 4.5.1842, † Berlin 8.7.1900, Herr auf Ludom (Kreis Obornik), 1877/78 Mitglied des Deutschen Reichstags (konservativ)
- Nathusius, Gottlob Engelhard von, 1838–1899, 1889/90 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (freikonservativ)
Nachweise
Literatur
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 23, Leipzig 1886, S. 271-276 (Carl Leisewitz)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 18, Berlin 1997, S. 748 f. (Hans Jaeger)
- Lengemann, MdL Hessen 1808–1996. Biographischer Index, Marburg 1996, S. 277
- Lengemann, Parlamente in Hessen 1808–1813, Frankfurt am Main 1991, S. 167 f.
Bildquelle
Unknown, Johann Gottlob Nathusius, Portrait mit Tabaksdose, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Extern
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Nathusius, Johann Gottlob*“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/13975_nathusius-johann-gottlob> (aufgerufen am 22.04.2026)
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