Hessen und bei Rhein, Ludwig* Georg Karl Prinz von

 
geboren
27.3.1749 Darmstadt
gestorben
26.10.1823 Darmstadt
Beruf
Landgraf, Abgeordneter
Konfession
evangelisch
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1031971211

Andere Namen

Weitere Namen

Hessen und bei Rhein, Louis* Georg Karl%Prinz von
Hessen-Darmstadt, Ludwig Georg Karl von

Wirken

Werdegang

  • 1764 Eintritt in den aktiven Militärdienst als Kompaniechef im Prinz Georgschen Kreisregiment Gießen
  • seit 1764 Freimaurer
  • 1769 Generalmajor im Prinz Georgschen Kreisregiment Gießen
  • 1772 Generalmajor des Oberrheinischen Reichskreises
  • 1775 Abschied aus dem aktiven Dienst
  • 1776-1812 Wohnsitz in Heilbronn
  • im inaktiven Offiziersstand zuletzt 1795 General en chef des oberrheinischen Kreises und Generalfeldmarschall
  • 1816 Mitbegründer der Loge „Johannes der Evangelist“ in Darmstadt
  • 1817 Großmeister von Deutschland
  • 1820-1823 als Prinz des großherzoglichen Hauses Mitglied der Ersten Kammer des Landtags des Großherzogtums Hessen, 27.6.1820 Eid

Funktion

  • Hessen, Großherzogtum, 01. Landtag, 1. Kammer, Mitglied, 1820-1821
  • Hessen, Großherzogtum, 02. Landtag, 1. Kammer, Mitglied, 1823-1824

Netzwerk

Lebensorte

Darmstadt

Familie

Vater

Hessen-Darmstadt, Georg Wilhelm Landgraf von, * Darmstadt 11.7.1722, † Darmstadt 21.6.1782, Generalfeldmarschall

Mutter

Partner

Schmidt, Dorothea Magdalena Friederike, (⚭ Heilbronn 26.1.1788) 1751-1803, seit 1793 Freiin von Hessenheim, Tochter des Franz Jacob Schmidt, Kaufmann in Heilbronn

Verwandte

Leben

Aus der Biografie

Landgraf Georg Wilhelm, selbst Generalwachtmeister des Oberrheinischen Kreises, ließ seinen ältesten Sohn bereits 1752 (als Dreijährigen!) zum Kapitän der „Garde de Dragons“, vier Jahre später zum Obristen seines Gießener Kreisregiments ernennen, womit die militärische Laufbahn vorgezeichnet schien. Mit 15 Jahren begann der Prinz den aktiven Dienst als Kompaniechef, wurde bereits im Folgejahr hessischer Brigadier der Infanterie und 1769 Generalmajor im väterlichen Regiment. Ohne konkreten Kriegseinsatz erhielt er aber schon 1775 auf eigenen Antrag seinen Abschied und nahm seinen Wohnsitz für die Folgejahrzehnte in der Reichsstadt Heilbronn. Gleichwohl wurde die Karriere in den Ranglisten fortgesetzt. Ab 1785 General der Kavallerie und Reichsgeneralfeldzeugmeister, avancierte er 1789 zum Feldmarschall-Leutnant und wurde 1795 als Kommandeur der Truppen des Oberrheinischen Kreises Generalfeldmarschall.
Ludwigs Hauptinteresse galt bereits seit dem Beitritt zur „Arkadischen Gesellschaft zu Phylandria“ in Neuhof bei Offenbach 1764, die unter seiner Leitung einige Jahre später zur „Großen Loge des Heiligen Ludwig“ in Darmstadt wurde, der Freimaurerei. Seit 1771 Anhänger des schottischen Hochgrad-Systems der sogenannten „Strikten Observanz“, war er kurzzeitig Landesgroßmeister in Berlin und unternahm dann 1775 zusammen mit dem jüngeren Bruder Georg und Freiherr Gottlieb von Gugomos eine Rom-Reise, um die von letzterem vertretene Ableitung der Maurerei von den mittelalterlichen Templern zu erforschen. Auch nachdem man Gugomos auf dem Freimaurer-Konvent in Wiesbaden 1776 als Betrüger entlarvt hatte, hielt Ludwig an seinem Konzept fest und gründete nach dem Scheitern seines eigenen Konvents in Heilbronn zwei Jahre später in Abwendung von der offiziellen Maurerei eine Winkelloge, die sich mit Alchimie und anderen fragwürdigen Experimenten zu finanzieren suchte. Schon am maßgeblich von Landgrafen Karl von Hessen-Kassel geprägten Wilhelmsbader Konvent von 1782 war er nicht mehr beteiligt.
In Heilbronn hatte Landgraf Ludwig ein langjähriges Verhältnis mit der Kaufmannstochter Friederika Schmidt, die sich nach der legitimierenden Heirat 1788 „Madame Hessenheim“ nannte und 1793 von Kaiser Franz in Wien offiziell nobilitiert wurde. Nach Friederikas Tod trat an ihre Stelle die Heilbronner Schusters-Tochter Margarethe Kümmerer (1782–1821), die Ludwig ohne offizielles Diplom „Frau von Adlersberg“ nannte. Mit ihr zog er 1812 nach Darmstadt, beteiligte sich dort 1816 an der Neugründung der bis heute bestehenden Freimaurerloge „Johannes der Evangelist zur Eintracht“ und war als „Alt- und Jubelmeister“ bis zu seinem Tod erneut in der Maurerei engagiert. Obwohl er hier mit den Verwandten der nunmehr großherzoglichen Familie zusammenarbeitete, bekam er auf eigenen Wunsch keine offizielle Beisetzung in der Familiengruft. Nur incognito nahmen der Erbprinz und Prinz Emil an der Beerdigung auf dem städtischen Friedhof neben der zwei Jahre zuvor gestorbenen Lebensgefährtin teil; das Doppelgrab mit Sandsteinkreuz wurde 1828 auf den neuen, heute „Alten Friedhof“ übertragen.
Eckhart G. Franz
(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 330 f.)

Nachweise

Literatur

Bildquelle

Hessische Abgeordnete 1820–1933, Darmstadt 2008, S. 433. - Original: Staatsarchiv Darmstadt.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hessen und bei Rhein, Ludwig* Georg Karl Prinz von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/12256_hessen-und-bei-rhein-ludwig-georg-karl-prinz-von> (aufgerufen am 18.04.2026)

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