Strack, Johannes von Hatzfeld
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Hatzfeld, Johannes
Holtzfeld, Johannes
Holtzfeld, Johann
Strack, Johannes%von Schröck
Wirken
Werdegang
- 1505 Priester und Notar zu Marburg
- 1509 katholischer Altarist und Kaplan in Wehrshausen
- 1520-1527 katholischer Pfarrer von Schröck
- 1527 Studium in Marburg
- 1522-1526 katholischer Altarist und Kaplan von Cölbe
- 1527-1542 erster evangelischer Pfarrer in Schröck und Cölbe
- versah die Pfarrei in Beltershausen
- 1534 Dechant und Prokurator der Kalandsbruderschaft zu Marburg
Lebensorte
Marburg
Cölbe
Schröck
Beltershausen
Leben
Aus der Biografie
Johannes Strack wurde um 1461 vermutlich als Sohn eines Hatzfelder Bürgers geboren. Über die ersten dreißig Jahre seines Lebens, die er wahrscheinlich in Hatzfeld verbrachte, ist nichts bekannt. Anscheinend wurde er Priester, was die Vermutung nahelegt, dass seine Familie zu den wohlhabendsten der Stadt gehörte. Um 1494 verließ er seine Heimat und ging nach Marburg, wo er ab 1505 außer als Priester auch als „öffentlicher Notar und geschworener Schreiber“ in Erscheinung trat. Zeitweise bezeichnete er sich auch als „päpstlicher und kaiserlicher Notar“. Seine Verbindung nach Hatzfeld hielt er nicht nur durch den fortwährenden Namenszusatz „von Hatzfeld“, sondern auch dadurch, dass ihn die Herren von Hatzfeld im Jahr 1509 zum Altaristen der Kapelle in Wehrshausen bestellten, über die sie damals das Patronat innehatten. In den Jahren 1510, 1513 und 1523 ließ Strack der Kapelle aus seinem Vermögen mehrere Stiftungen zukommen, unter anderem eine Marienstatue. In Marburg wohnte er vielleicht schon von Anfang an im sogenannten Kalandshof (Ritterstr. 9/10) und kam in Kontakt mit Landgraf Philipp dem Großmütigen, der ihn 1520 zum Pfarrer in Schröck bestellte und außerdem zum Altaristen in Cölbe machte. Weiterhin wirkte Strack in dieser Zeit als Kaplan an der Marburger Schlosskapelle.
Der von Landgraf Philipp eingeführten Reformation scheint Strack aufgeschlossen gegenübergestanden zu haben. 1527 jedenfalls studierte er noch im hohen Alter von 66 Jahren an der jungen evangelischen Universität Marburg. Dadurch konnte er die nunmehr lutherische Pfarrei Schröck mit Cölbe behalten und versah sie noch bis zu seinem Tod im Jahr 1542. Parallel dazu war er 1534 Dekan der Marburger Kalandsbruderschaft. Offenbar trat er auch noch in den Stand der Ehe, denn 1535 ist seine Ehefrau bezeugt. Von Nachkommen ist jedoch nichts bekannt.
Matthias Seim
Nachweise
Quellen
- HStAD Bestand B 9 Nr. 849
- HStAD Bestand B 9 Nr. 2702
- HStAM Bestand Urk. 1 Nr. 5077
- HStAM Bestand Urk. 17 Nr. 196
- HStAM Bestand Urk. 42 Nr. 121
- HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 11672
- HStAM Bestand Urk. 87 Nr. 2151
- HStAM Bestand Urk. 90 Nr. 89
- HStAM Bestand Urk. 119 Nr. 13
- HStAM Bestand 22 a 1 Nr. 78
- HStAM Bestand 318 Marburg Nr. 376
- Küch (Bearb.), Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 1, Marburg 1918, S. 312
Literatur
- Reinhold Drusel, Eine Burg und dreizehn Höfe. Ein historischer Report aus Marburgs vergessener Geschichte, Berlin 2012, S. 51 f.
- Wilhelm A. Eckhardt, Zur spätmittelalterlichen Wallfahrt in Hessen, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 114 (2009), S. 39-68, hier S. 59
- Hütteroth, Die althessischen Pfarrer der Reformationszeit, Marburg 1953, S. 355 f., Online-Ausgabe
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Strack, Johannes von Hatzfeld“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/12018_strack-johannes-von-hatzfeld> (aufgerufen am 19.04.2026)
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