Lomb, Henry
Andere Namen
Weitere Namen
Lomb, Henry C.
Lomb, Heinrich
Wirken
Werdegang
- Ausbildung als Zimmermann
- 1849 Auswanderung in die USA
- 1855 Partner in der Optical Institute of Rochester
- 1861-1863 Soldat, zuletzt captain
- 1864 Bausch and Lomb, Opticians
- 1876 Bausch and Lomb Optical Company
- 1885 Mitgründer und bis 1891 chairman des Mechanics Institute (Rochester Institute of Technology)
- 1908 Bausch and Lomb Optical Company, Inc.
Lebensorte
Burghaun; Rochester (USA); Pittsford (USA)
Leben
Aus der Biografie
Henry C. Lomb wurde am 24. November 1828 im osthessischen Burghaun (Altkreis Hünfeld) geboren1. Ursprünglich dürfte sein Vorname vor der Anglizierung Heinrich gelautet haben.
Lomb war ein Kind jüdischer Eltern. Nach seiner Schulzeit wurde Lomb irgendwann um 1844 Zimmermann.
Doch emigrierte Lomb 1849 mit 20 Jahren in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er wie die vielen anderen Auswanderer dieser Jahre ein besseres Leben erhoffte. Nach seiner Ankunft anglisierte er seinen Vornamen der Einfachheit halber in Henry und verdiente seinen Lebensunterhalt als Tischler und Zimmermann. Dabei lernte Lomb den ebenfalls eingewanderten deutsch-jüdischen Optiker Johann Jakob Bausch kennen. Da der Optiker zusätzliches Kapital für seine Pläne brauchte, den Verkaufsladen zu einem selbst produzierenden Optikbetrieb zu erweitern, lieh ihm Lomb noch im gleichen Jahr 1853 seine gesparten 60 US-Dollar. Im Gegenzug wollte Bausch ihn zum Teilhaber machen, wenn das Geschäft einmal so groß werden würde, dass er einen solchen brauche.
Und tatsächlich stieg Lomb dann schon 1855 per Handschlag als Geschäftspartner in die aufstrebende Manufaktur ein, welche Bausch 1856 in „Optical Institute of Rochester“ umbenannte. So fand der ausgebildete Optiker im 1½ Jahre älteren Lomb den Finanzier und Partner für eine kleine, aber ambitionierte Werkstatt, die Monokel herstellte.
Als der Amerikanische Bürgerkrieg (1861–1865) ausbrach, schrieb er sich im Frühjahr 1861 in einem Freiwilligenkorps (New York State Volunteers) ein. Dort kämpfte Lomb zwei Jahre lang zunächst als „sergeant“ (= Feldwebel) und wurde dann zum „lieutenant“ (= Leutnant) und schließlich „captain“ (= Hauptmann) befördert.
Als Lomb dann nach zwei Jahren aus dem Bürgerkrieg zurückkehrte, konnte er Bausch wieder bei der Leitung ihrer jungen Firma unterstützen, welche durch die Entwicklung von Augengläsern mit vulkanisiertem Gummirand seit 1861 prosperierte.
1864 nannten sie ihr Unternehmen in „Bausch and Lomb, Opticians“ um, worauf es 1866 erneut als „Vulcanite Optical Instrument Company“ reorganisiert wurde.
Ab den frühen 1870er Jahren bauten Lomb und Bausch die erste Maschine in Amerika, um Brillen zu produzieren. Dabei war Lomb zuständig für die Verkäufe und Finanzen, während Bausch sich auf die produzierende Seite des Geschäfts konzentrierte.
1876 erhielt das Unternehmen schon wieder einen neuen Namen, nämlich „Bausch and Lomb Optical Company“. Im weiteren Verlauf dieses Jahres stellten Lomb und Bausch auf der Philadelphia Centennial Exposition aus, wobei sie eine Auszeichnung gewannen.
1892 begann die Firma eine lukrative Zusammenarbeit mit den „Zeiss“-Werken in der alten Heimat Deutschland, wobei Bausch und Lomb optische Linsen produzierten.
Außerdem sicherte eine weitere Allianz Anfang des 20. Jahrhunderts Wettbewerbsvorteile für die drei Teilnehmer „Bausch & Lomb“, „Saegmuller“ und „Zeiss“ hinsichtlich der Nutzung von Patenten und der Öffnung neuer Märkte.
Schließlich wurde die Firma in Lombs Todesjahr 1908 als „Bausch and Lomb Optical Company, Inc.“ inkorporiert, also in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Neben seiner beruflichen und militärischen Laufbahn entfaltete Henry Lomb auch ein soziales Wirken, das seinen Nachruhm besonders prägte.
Vor allem gründete er 1885 zusammen mit Max Lowenthal, Ezra R. Andrews, Frank Ritter, William F. Peck und anderen Stiftern das „Mechanics Institute“ (nun „Rochester Institute of Technology“), um junge Menschen auf neue Jobs in der „technischen Revolution“ vorzubereiten. Denn Lomb sah den Bedarf an Fachkräften in den örtlichen Fabriken und einen Mangel an formaler Ausbildung für solche Arbeiten.
Demnach fungierte Lomb zunächst bis 1891 als „chairman“ (= Vorsitzender) des „Institute Board“ (= Aufsichtsrates) und blieb auch danach bis zu seinem Tod ein starker Förderer der Schule. Dabei bezahlte Lomb anonym für Dutzende Menschen die Studiengebühren und war viele Jahre lang Mäzen des Instituts.
Außerdem richtete Lomb in seinem Unternehmen eine Kantine ein und sorgte sich um Kranke. Darüber hinaus führte er Kindergärten ein und gründete eine Zahnklinik sowie die „Rochester Public Health Association“.
Henry Lomb starb plötzlich am 13. Juni 1908 in Pittsford (USA) im Alter von 79 Jahren2.Daraufhin wurde er auf dem Mount Hope Cemetery in Rochester (USA) begraben.
Nachweise
Fußnoten
Literatur
- Karl-Heinz Burkhardt, Investor mit Weitblick. Ein „Vater“ von Ray-Ban war Burghauner – Henry Lomb gab 60 Dollar für die Gründung, in: Hersfelder Zeitung, Nr. 248/2014, Bad Hersfeld 25.10.2014, Lokalseite 4
Weblinks
Nachnutzung
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Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lomb, Henry“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/10126_lomb-henry> (aufgerufen am 16.04.2026)
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