Auerbach, Lager für griechische Zwangsarbeiter, „Lager Merkblatt“
Nutzungsgeschichte
Objektbeschreibung
Das Lager bestand aus einer zugigen Holzbaracke auf dem Gelände der heutigen Firma Sanner in Auerbach.
Beschreibung
129 (möglicherweise 116) griechische Zwangsarbeiter waren im Lager untergebracht, die im Marmorbergwerk Zwangsarbeit verrichten mussten. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Lager waren grausam. So verfügte das Lager nicht über Betten, die Kleidung der Häftlinge bestand aus Lumpen und die Lebensmittelversorgung war äußerst dürftig. „Jeden Tag – auch sonntags – mussten sie in das KZ-Außenlager kurz vor Hochstädten gehen, wo sie unter schlimmsten Arbeitsbedingungen die unterirdischen Stollen des stillgelegten Bergwerks zur Nutzung durch einen Rüstungsbetrieb ausbauen mussten.“ Mindestens ein Grieche wurde durch einen Wachmann ermordet. [Geschichtswerkstatt, Wegweiser Bensheim, S. 13 f.] Im Frühjahr 1945 wurde das Lager geräumt und die griechischen Zwangsarbeiter wurden nach Bensheim gebracht und dort vermutlich freigelassen. Andere Quellen berichten, dass sie in Richtung Odenwald geführt und in Michelbach befreit wurden.
Adresse in der NS-Zeit
Markthalle beim Auerbacher Bahnhof
Heutige Adresse
Schillerstraße, Auf dem Gelände der heutigen Firma Friedrich Sanner
Nutzungsanfang (früheste Erwähnung)
1. September 1944
Nutzungsende (späteste Erwähnung)
27. März 1945
Nutzung vor NS-Zeit
In dem Gebäude war zuvor die Obst- und Markthalle Auerbachs gewesen.
Nutzung nach NS-Zeit
Heute befindet sich auf dem Grundstück eine Niederlassung der Sanner GmbH (Primärverpackungen für Pharma- und Medizintechnik).
Indizes
Orte
Sachbegriffe
Nachweise
Literatur
- Dreesen, Denkzeichen Alsbach, S. 15 f.
- Geschichtswerkstatt, Wegweiser Bensheim, S. 13-15
- Krause-Schmitt, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Bd. 1, S. 13
- Stapp, Kaum bekannt: ein Todeslager an der Bergstraße S. 259-302
- Auerbacher Projektgruppe, „Denn was wir erlitten haben, das war jede Minute“. Griechische Zwangsarbeiter in einem Rüstungsbetrieb am Ende des Zweiten Weltkriegs, in: Dorn/Heuer (Hrsg.), „Ich war immer gut zu meiner Russin“, S. 137-152
- Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90 – Die Grünen betreffend Verfolgung und Vernichtung durch das NS-Regime in Hessen, Anlage III 2, S.11
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Auerbach, Lager für griechische Zwangsarbeiter, „Lager Merkblatt““, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/947_auerbach-lager-fuer-griechische-zwangsarbeiter-lager-merkblatt> (aufgerufen am 12.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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