Merzhausen, KZ-Außenkommando Merzhausen, KZ-Hinzert
Nutzungsgeschichte
Objektbeschreibung
Die Häftlinge waren in einer Holzbaracke am nordöstlichen Ende des Flughafengeländes Merzhausen untergebracht.
Beschreibung
Ein KZ-Außenkommando, das aus 30 luxemburgischen politischen Häftlingen bestand, war Mitte Juni 1944 zusammengestellt worden, um die Start- und Landebahn des Flugplatzes auszubauen, so dass hier auch moderne Jagdflugzeuge starten und landen konnten. Die Erd- und Planierungsarbeiten bedeuteten für die meisten Gefangenen eine schwere (körperliche) Belastung. Das Außenkommando gehörte zum SS-Sonderlager Hinzert. Es wurde neben den Arbeiten auf dem Flugplatz auch für Arbeiten in der Landwirtschaft eingesetzt. Am 18. August 1944 wurden die letzten Männer wieder in das KZ-Hinzert verlegt; zuvor waren einige der Häftlinge über das KZ-Hinzert nach Mauthausen transportiert worden. Von den insgesamt neun dorthin überstellten Männern überlebten nur zwei.
Bemerkungen
Der Flugplatz war seit 1937 als Einsatzhafen der Luftwaffe gebaut worden. Als Schafweide getarnt, fand die Stationierung der ersten Flugeinheiten im November 1939 statt. Hatte ihn von Juli bis November 1940 das nahe gelegene Führerhauptquartier „Adlerhorst“ in Ziegenberg/Wiesenthal genutzt, diente er seit Oktober des Jahres der neuen Führerkurierstaffel als Stützpunkt. In den Jahren 1941 bis 1944 war der Flugbetrieb sehr begrenzt. Stattdessen etablierte sich hier ein Wehrertüchtigungslager der Hitler-Jugend. Erst Ende August 1944 nahm der Luftverkehr wieder zu, und zwar da wieder eine Luftwaffeneinheit nach Merzhausen verlegt worden war. Diese stellte Ende März 1945 ihren Betrieb ein.
Nutzungsanfang (früheste Erwähnung)
14. Juni 1944
Nutzungsende (späteste Erwähnung)
18. August 1944
Nutzung vor NS-Zeit
Das Gebiet war zuvor unbebaut gewesen und gehörte der umliegenden Gemeinde. Um den Flughafen anlegen zu können, wurde diese entschädigungslos enteignet.
Indizes
Orte
Sachbegriffe
Nachweise
Literatur
- Vorlaeufer-Germer, Merzhausen, in: Benz/Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors. Bd. 5: Hinzert, Auschwitz, Neuengamme, S. 61-63
- Krause-Schmitt, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Bd. 1, S. 194
- Benz, Hinzert: das Konzentrationslager Hinzert und seine Außenlager, S. 57f.
- NS-Lager in Hessen:Auszug aus dem Protokoll der Landtagsdebatte am 28. Februar 1985, S. 14
- Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90 – Die Grünen betreffend Verfolgung und Vernichtung durch das NS-Regime in Hessen, Anlage 1, S. 14
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Merzhausen, KZ-Außenkommando Merzhausen, KZ-Hinzert“, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/3515_merzhausen-kz-aussenkommando-merzhausen-kz-hinzert> (aufgerufen am 30.05.2026)
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