Runzhausen

Die Lage von Runzhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
3 km nordwestlich Gladenbach.
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage. Hauptkomplex der Siedlung an einem nach Süden auslaufenden Schlepphang. Leicht abgesetzt nach Süden Gehöftgruppe in der Bachniederung.
Straße nördlich von Rachelshausen beziehungsweise Römershausen münden am Nordost-Rrand (Ortsteil Spreth) in die B 453 (alte Landstraße von Gießen nach Biedenkopf).
Historische Namensformen
- Ramizhusen (1334) [HHStAW Bestand 170 I Nr. U 238]
- Rontshusen (um 1400)
- Rometzhusen (1417)
- Romptzhusen (1502)
- Rumpttshausen (1577)
- Runtzhaußenn (1630)
Bezeichnung der Siedlung
- dorff 1334
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1951/52
Älteste Gemarkungskarte
1828
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3468995, 5628732
UTM: 32 U 468933 5626921
WGS84: 50.793197° N, 8.559214° O
Statistik
Ortskennziffer
534010120
Flächennutzungsstatistik
- 1854 (Morgen): 2155, davon 959 Acker (= 44.50 %), 409 Wiesen (= 18.98 %), 696 Wald. (= 32.30 %)
- 1885 (Hektar): 540, davon 184 Ackerland (= 34.07 %), 105 Wiesen (= 19.44 %), 202 Holz. (= 37.41 %)
- 1961 (Hektar): 540, davon 198 Wald (= 36.67 %)
Einwohnerstatistik
- 1502: 11 Männer. 1577: 27, 1630: 24 Hausgesesse 1677: keine Angabe. 1742: 55 Haushalte 1834: 239, 1885: 273, 1925: 355, 1939: 403, 1950: 615, 1961: 577 Einwohner. 1830: 736 evangelische, 2 römisch-katholische Einwohner. 1961: 530 evangelische, 44 römisch-katholische Einwohner. 1630: 9 zweispännige, 6 einspännige Ackerländer, 9 Sonstige. 1867 (Erwerbspersonen): 49 Landwirtschaft. 1961 (Erwerbspersonen): 113 Land- und Forstwirtschaft, 136 produzierendes Gewerbe, 21 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und sonstiges.
- 1885: 260 evangelisch, 0 katholisch, 13 andere Christen
- 1961: 577, davon 530 evangelisch (= 91.85 %), 44 katholisch (= 7.63 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Um 1400: Gericht Gladenbach. 1586 und später: Untergericht Gladenbach. 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach.
- 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
- 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
- 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Biedenkopf
Gemeindeentwicklung
Am 1.4.1972 wurde Runzhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach eingegliedert.
Gericht
- 1821: Landgericht Gladenbach
- 1867: Amtsgericht Gladenbach
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1334 trägt Ritter Kraft von Hohenfels Grafen Heinrich von Nassau Einkünfte aus dem Dorf Runzhausen auf und empfängt sie als Burglehen zurück. Über Einkünfte aus Güterbesitz verfügen 1577 die Universität Marburg (2 Beständer), die Scheuernschloß (2 Beständer), die Rode (2 Beständer), die von Dernbach (1 Beständer) sowie die von Rollshausen und Schwalbach (l Beständer). Der Zehnte in Runzhausen ist 1417 falkensteinisches Lehen der von Bicken (Lennarz S. 149)
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1577 und später: nach Gladenbach eingepfarrt. Seit 1966 Pfarrei; eingepfarrt: Bellnhausen, Rachelshausen Seit 1882: Entstehen einer Freien Evangelischen Gemeinde; 1920 Beitritt zum Bund Freier evangelischer Gemeinden
Bekenntniswechsel
Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Silberbergbau 1733 und 1793 erwähnt. Mitte 19. Jahrhundert wird Kupferbergbau am Allberg und Nickelbergbau in der Grube Hoffnung II betrieben; Nickelerz aus Runzhausen seit 1873 in der Aurorahütte verarbeitet. Auf ehemalige Schieferabbau weist der Flurname Schieferkaute (südöstlich Gemeindegrenze), auf ehemalige Köhlerei deuten die Flurnamen Auf dem Gebrannten (südliche Gemeindegrenze), Kohlefelds Damm
Nachweise
Literatur
- 650 Jahre Runzhausen Sonderausgabe der Zeitschrift des Heimatvereins und Heimatmuseums Amt Blankenstein e. V. Gladenbach (1984)
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete, S. 211
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Runzhausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9539_runzhausen> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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