Runzhausen

Dorf · 307 m über NN  
Gemeinde
Gladenbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

3 km nordwestlich Gladenbach.

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage. Hauptkomplex der Siedlung an einem nach Süden auslaufenden Schlepphang. Leicht abgesetzt nach Süden Gehöftgruppe in der Bachniederung.
Straße nördlich von Rachelshausen beziehungsweise Römershausen münden am Nordost-Rrand (Ortsteil Spreth) in die B 453 (alte Landstraße von Gießen nach Biedenkopf).

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • dorff 1334

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1951/52

Älteste Gemarkungskarte

1828

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3468995, 5628732
UTM: 32 U 468933 5626921
WGS84: 50.793197° N, 8.559214° O

Statistik

Ortskennziffer

534010120

Flächennutzungsstatistik

  • 1854 (Morgen): 2155, davon 959 Acker (= 44.50 %), 409 Wiesen (= 18.98 %), 696 Wald. (= 32.30 %)
  • 1885 (Hektar): 540, davon 184 Ackerland (= 34.07 %), 105 Wiesen (= 19.44 %), 202 Holz. (= 37.41 %)
  • 1961 (Hektar): 540, davon 198 Wald (= 36.67 %)

Einwohnerstatistik

  • 1502: 11 Männer. 1577: 27, 1630: 24 Hausgesesse 1677: keine Angabe. 1742: 55 Haushalte 1834: 239, 1885: 273, 1925: 355, 1939: 403, 1950: 615, 1961: 577 Einwohner. 1830: 736 evangelische, 2 römisch-katholische Einwohner. 1961: 530 evangelische, 44 römisch-katholische Einwohner. 1630: 9 zweispännige, 6 einspännige Ackerländer, 9 Sonstige. 1867 (Erwerbspersonen): 49 Landwirtschaft. 1961 (Erwerbspersonen): 113 Land- und Forstwirtschaft, 136 produzierendes Gewerbe, 21 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und sonstiges.
  • 1885: 260 evangelisch, 0 katholisch, 13 andere Christen
  • 1961: 577, davon 530 evangelisch (= 91.85 %), 44 katholisch (= 7.63 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • Um 1400: Gericht Gladenbach. 1586 und später: Untergericht Gladenbach. 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach.
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis

Biedenkopf

Gemeindeentwicklung

Am 1.4.1972 wurde Runzhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach eingegliedert.

Gericht

  • 1821: Landgericht Gladenbach
  • 1867: Amtsgericht Gladenbach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1334 trägt Ritter Kraft von Hohenfels Grafen Heinrich von Nassau Einkünfte aus dem Dorf Runzhausen auf und empfängt sie als Burglehen zurück. Über Einkünfte aus Güterbesitz verfügen 1577 die Universität Marburg (2 Beständer), die Scheuernschloß (2 Beständer), die Rode (2 Beständer), die von Dernbach (1 Beständer) sowie die von Rollshausen und Schwalbach (l Beständer). Der Zehnte in Runzhausen ist 1417 falkensteinisches Lehen der von Bicken (Lennarz S. 149)

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1577 und später: nach Gladenbach eingepfarrt. Seit 1966 Pfarrei; eingepfarrt: Bellnhausen, Rachelshausen Seit 1882: Entstehen einer Freien Evangelischen Gemeinde; 1920 Beitritt zum Bund Freier evangelischer Gemeinden

Bekenntniswechsel

Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach

Wirtschaft

Silberbergbau 1733 und 1793 erwähnt. Mitte 19. Jahrhundert wird Kupferbergbau am Allberg und Nickelbergbau in der Grube Hoffnung II betrieben; Nickelerz aus Runzhausen seit 1873 in der Aurorahütte verarbeitet. Auf ehemalige Schieferabbau weist der Flurname Schieferkaute (südöstlich Gemeindegrenze), auf ehemalige Köhlerei deuten die Flurnamen Auf dem Gebrannten (südliche Gemeindegrenze), Kohlefelds Damm

Nachweise

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Runzhausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9539_runzhausen> (aufgerufen am 12.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9539