Burg Weißer Stein

Siedlung
Ortstyp
Burg
Lagebezug
4 km nördlich von Marburg gelegen
Lage und Verkehrslage
Auf steiler, bewaldeter und nur von Nordwesten her breit zugänglicher Bergkuppe über dem Lahntal befinden sich die Reste einer kleinen Höhenburg mit vorgelagertem, mehrstufigem Wallsystem. 1 km oberhalb des Weißen Steins führte die frühe Weinstraße aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Paderborn/Bremen vorüber.
Ersterwähnung
1247
Siedlungsentwicklung
Für die Bergkuppe des Weißen Steins ist schon eine Besiedlung in der Latènezeit erwiesen. Die mehrfach umgebaute Turmburg existierte vielleicht schon im späten 8., sicher aber im 9. und 10. Jahrhundert. Den ältesten Baubestand stellen die Reste einer in Lehm gesetzten Mauer im nordwestlichen Bereich der Anlage dar, welche später abgetragen und durch eine rechteckige Mauer ersetzt wurde, die einen ebenfalls rechteckigen Turm einschloß. In einer weiteren Bauperiode erfolgte der Ausbau des Turmes durch einen dreieckigen nach Nordwesten gerichteten (Turm-)Anbau (5-Eck-Turm) unter Abtragung der Mauer. Erweiterung des Innenbereichs der Burg durch eine allseitig nach außen versetzte mehreckige Ringmauer; vorgelagertes, mehrstufiges Wallsystem; Toreinfahrt unsicher. Im südöstlichen Innenbereich der Mauer, unmittelbar an diese angesetzt, liegen die Reste zweier kleiner Gebäude. Nach Ausweis der reichen Keramikfunde ist mit einer Aufgabe der Burg, deren Turm durch Brand vernichtet worden ist, im 10., spätestens aber Anfang des 11. Jahrhundert zu rechnen. Nach einer im 14. Jahrhundert wurzelnden historischen Tradition wurde die Anlage 1249 durch Landgräfin Sophie zerstört.
Historische Namensformen
- Wißsensteyn (1247, nach Abschrift vom Anfang des 16. Jahrhunderts) [Diemar, Wigand Gerstenberg, S. 214]
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3482791, 5634877
UTM: 32 U 482724 5633063
WGS84: 50.849009° N, 8.754586° O
Statistik
Ortskennziffer
53401416001
Frühere Ortskennziffer
53401431101
Verfassung
Altkreis
Marburg
Nachweise
Literatur
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 917
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 333
- Uenze, Der Weißenstein bei Wehrda, in: Hessenland 4 (1957), Folge 23.
- Immel, Wehrda, Weinstraße, Burg Weißenstein. ²1976, S. 16-39
- Gensen, Christenberg, Burgwald und Amöneburger Becken, in: Schlesinger (Hrsg.), Althessen im Frankenreich, 1975, S. 162-164
- Christa Meiborg, Burg Weißenstein, in Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 39 (1989), S. 381-407
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Weißer Stein, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9388_burg-weisser-stein> (aufgerufen am 05.06.2026)
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