Schröck

Die Lage von Schröck im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
5 km südöstlich Marburg
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf dem Süd-Hang eines von Südwest nach Nordosten ziehenden Feldrückens der Niederterrasse. Kirche mit ummauertem Kirchhof in zentraler Lage. Straße Roßdorf-Marburg, gekreuzt von der Straße Moischt-Bauerbach bzw. Großseelheim. Durch den Ort führte die alte Köln-Leipziger Messestraße von Marburg bzw. Cappel zur Brücker Mühle/Amöneburg. Am nordöstlich Ortsrand vorbei zog die Abzweigung der alten Amtsstraße Marburg-Homberg/Ohm bzw. Schweinsberg.
Ersterwähnung
um 1223
Siedlungsentwicklung
Auf eine wüste Siedlung dicht südwestlich von Schröck deutet der Flurnamen Bubenrod; im Bereich des Flurortes karolingerzeitlich Keramikfunde
Historische Namensformen
- Scrikkede, de (um 1223) [Abschrift Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, S. 25-26, Nr. 29]
- Scrichede, in (1226) [Abschrift Falck, Mainzer Regesten 1, S. 295, Nr. 537]
- Srichkede (1250)
- Screkede, de (1279)
- Scrichede (1315)
- Schrick (1351)
- Schrigkte (1468)
- Schrock (1570)
- Schreckt (1570)
- Schreck (1708/10)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1920/1922
Älteste Gemarkungskarte
1808
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3488014, 5627747
UTM: 32 U 487944 5625936
WGS84: 50.785048° N, 8.828983° O
Statistik
Ortskennziffer
534014050
Frühere Ortskennziffer
534014343
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 2064 stellbares Land, 386 Wiesen, 42 Gärten, 117 Triesche.
- 1885 (Hektar): 642, davon 508 Acker (= 79.13 %), 91 Wiesen (= 14.17 %), 2 Holzungen (= 0.31 %)
- 1961 (Hektar): 647, davon 1 Wald (= 0.15 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 22
- 1664: 37 Haushalte
- 1747: 248
- 1770: 253
- 1838 (Familien): 33 Ackerbau, 55 Gewerbe, 16 Tagelöhner 68 nutzungsberechtigte, 20 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 16 Beisitzer.
- 1861: 692 römisch-katholische, 13 evangelisch-lutherische Einwohner
- 1885: 693, davon 8 evangelisch (= 1.15 %), 685 katholisch (= 98.85 %)
- 1961 (Erwerbspersonen): 176 Land- und Forstwirtschaft, 193 Produzierendes Gewerbe, 42 Handel und Verkehr. 95 Dienstleistungen und Sonstiges
- 1961: 1028, davon 23 evangelisch (= 2.24 %), 1001 katholisch (= 97.37 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1395 und später: Amt Amöneburg
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Amöneburg, Amtsvogtei Amöneburg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg
- 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Amöneburg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
- 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
- 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Marburg
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.
Gericht
- 1821: Assistenzamt Amöneburg
- 1831: Justizamt Amöneburg
- 1867: Amtsgericht Amöneburg
- 1932: Amtsgericht Kirchhain
Herrschaft
- 1330 zahlt Schröck Landbede an den Amöneburger Amtmann.
- 1374 bezieht der Landgraf Grebenfutter, Forstkorn und Hafer aus Schröck.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1250 verkauft Alheid von Gilsa dem Elisabeth-Hospital des Deutsche Orden Marburg ihre Güter zu Schröck.
- 1257 vertauscht der Deutsche Orden Güterbesitz an die von Schröck.
- 1358 umfaßt der Deutsch Ordens-Besitz einen Hof mit 76 Morgen Ackerland und 4 Morgen Wiesen; vermutlich 1350/58 von den Riedesel erworben.
- Bis 1809 verfügte der Deutsche Orden über 2 Höfe in Schröck.
- 1302 verkaufen die von Schröck ihr Stammgut an die Riedesel zu Josbach, die ihren Hof 1329 den Grafen von Nassau-Dillenburg zu Lehen auftragen.
- 1352 überträgt Gilbracht Riedesel sein Viertel an Hof und Gut dem Landgraf.
- 1389 verpfänden die Riedesel ihren Teil an 2 Gütern in Schröck an Hermann von Lare. 1405 und später sind Gut und Hof der Riedesel landgräflich Mannlehen.
- 1315/1465 hat das Kloster Hachborn ein Gut in Schröck.
- Bis 1364 haben die von Merlau und von Windhausen einen Hof in Schröck. 1372 lassen die von Hirzenhain ihrem Schwager Henne von Merlau das Gut in Schröck zu Wittumsrecht auf.
- Eine fuldische curtis ist 1397 an die von Mardorf, 1440 an die von Hirzenhain zu Mannlehen ausgegeben. - 1567/82 befindet sich in Sch. der an 5 Pächter ausgegebene Deutsche Orden-Besitz; 1 Hof. der an den Rentmeister in Marburg zinst; jew. 1 Hof gehört dem Erzstift Mainz, den Rau von Holzhausen und den Riedeseln zu Josbach. - 1370 ist der Zehnte in Sch. vom Mainzer St. Stephansstift an die Landgrafen verpachtet
Ortsadel
1226-1368
Kirche und Religion
Ortskirchen
- plebanus 1226 (GUDENUS II S. 634).
- Pfarrkirche
- Kapelle zum Hl. Kreuz 1520. - Patrozinium: Elisabeth 1578. Wallfahrtskapelle ca. 1 km nordwestlich Sch. beim Elisabeth-Brunnen. 1527 zum Abbruch freigegeben
Patrozinien
- Michael [1619]
Pfarrzugehörigkeit
1527-1547 wird die Pfarrei Cölbe vom Pfarrer in Sch. versehen. 1568-1573 wird Sch. vom Pfarrer in Hassenhausen versehen. Ende 16. Jahrhundert Filiale von Cappel, nach 1608 kath. Pfarrei. 1821: Filiale von Roßdorf; 1884 wieder Pfarrei
Patronat
1567/82 sind die von Lehrbach an die Stelle der alten Patronatsherren, der Riedesel zu Josbach, getreten. 1595 verkaufen die Riedesel den Patronat an die Lgff., die ihn den Schenken zu Schweinsberg verlehnen.
Beginen
1333 lebt eine Begine „Harterunis dicta de Schrigde et Elizabeth eius filia begina“ in Schröck. An der Wallfahrtskapelle zum hl. Kreuz in der Nähe des Schröcker Brunnens lebt 1520 ein Klausner. Der letzte Klausner namens Henche von Mardorf wird 1526 dem Armenkasten von Marburg überwiesen (vgl. Cappel).
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Strack gen. Hatzfeld 1520-1542, evangelisch seit 1527
Katholischer Bekenntniswechsel: 1608
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg. Dekanat Amöneburg
Juden
Flurnamen Judenweg
Kultur
Schulen
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- K. Jüngst, Die Hl. Kreuzkapelle der Hl. Elisabeth am Lahnberg (1893)
- G. Rumpf, Die Hl. Kreuzkapelle beim Schröcker Brunnen. In: Aus der Vergangenheit unserer Heimat Nr. 136, 1953
- P. Nau, K. Schober, Schröcker Chronik, 1976 (Pläne)
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 274-275
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 538
- Dersch, Klosterbuch, S. 144-145
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schröck, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9315_schroeck> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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