Moischt

Die Lage von Moischt im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
ca. 5 km südöstlich Marburg
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in einer Quellmulde am Nord-Hang eines Südwest-Nordost-streichenden Feldrückens. Moderne Bebauung im Norden und Süden. Straße Schröck bzw. Wittelsberg-Marburg bzw. Cappel
Ersterwähnung
um 1248
Siedlungsentwicklung
Am Südwest-Rand des Ortes karolingerzeitl. Keramikfunde
Historische Namensformen
- Mussede (um 1248) [Erhard, Heberolle S. 47]
- Muschede (1252) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, S. 92-93, Nr. 112]
- Muskede (1271)
- Mischde (1453)
- Mosthe (1477)
- Moyschte (1483)
- Mischt (1529)
- Moischt (1570)
- Müscht (1577)
- Mu^oscht (1630)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1911/13
Älteste Gemarkungskarte
1785
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3487301, 5626617
UTM: 32 U 487232 5624806
WGS84: 50.774875° N, 8.818912° O
Statistik
Ortskennziffer
534014060
Frühere Ortskennziffer
534014344
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 1328 stellbares Land, 98 Wiesen, ca. 50 Gärten, 18 Triesche
- 1885 (Hektar): 382, davon 302 Acker (= 79.06 %), 33 Wiesen (= 8.64 %), 7 Holzungen (= 1.83 %)
- 1961 (Hektar): 387, davon 5 Wald (= 1.29 %)
Einwohnerstatistik
- 1502: 10, 1577: 25, 1630: 23 hausgesessene 1681: 15 hausgesesseneMannsch. 1747: 131, 1838: 234, 1885: 351, 1925: 446, 1939: 491, 1950: 686, 1961: 658 Einwohner - 1861: 284 evangelisch-lutherisch, 2 römisch-katholisch Einwohner 1961: 623 evangelisch, 28 römisch-katholisch Einwohner - 1630: 8 vierspänn., 1 zweispänn., 1 einspänn.Ac'kerl., 12 Einläuftige 1747: 2 Schmiede, 2 Leineweber, 1 Drechsler, 1 Schuhflicker, 2 Tagelöhner. 1838 (Familien): 18 Ackerbau, 8 Gewerbe, 12 Tagelöhner 18 nutzungsberechtigte, 15 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 5 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 128 Land- und Forstwirtschaft, 109 Produzierendes Gewerbe, 45 Handel und Verkehr, 41 Dienstleistungen und Sonstiges
- 1885: 351, davon 351 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 658, davon 623 evangelisch (= 94.68 %), 28 katholisch (= 4.26 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1303: Vogtei der von Schröck (Ortsvogtei oder Zubehör der Vogtei Ebsdorf; vgl. Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1II Nr. 1124)
- 1387: GerichtWittelsberg. Im 15./16. Jahrhundert zeitweise wohl auch als Ortsger. bestehend;
- 1502, ab 1577: Gericht Wittelsberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Wittelsberg (Frauenberg)
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Wittelsberg (Frauenberg)
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
- 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Marburg
Gemeindeentwicklung
Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurden mit Wirkung vom 31.12.1971 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bortshausen, Moischt und Ronhausen nach Cappel eingemeindet. Am 1.7.1974 erfolgte die Eingliederung dieser neuen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.
Gericht
- 1821: Landgericht Marburg
- 1850: Justizamt Marburg
- 1867: Amtsgericht Marburg
Herrschaft
- 1477 verrechnet der Marburger Rentmeister Buße zu M.
- 1529 sagt ein Schöffe am Gericht zu M. aus, der Ort gehöre ans Gericht Ebsdorf.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 1248 hat das Erzstift Mainz Einkünfte aus Güterbesitz in M. 1360 ist mainzisch Güterbesitz an die von Rodenhausen verlehnt.
- Im 13. Jahrhundert beansprucht das Stift St. Stephan Mainz 1 Hufe in M., die der Marburger Bürger Ekkehard dem Stift entfremdet und verkauft hat. 1313 besitzt der Deutsche Orden Marburg 1 Hufe aus dem Verband des Vogthofes in Kleinseelheim; so noch 1375.
- 1358: Deutsche Orden-Hof mit 52 Morgen Ackerland und11/2 Morgen Wiesen.
- 1281 erwirbt Kloster Caldern von den von Nordeck Güterbesitz. 1303 kauft das Kloster Eigengüter, die von der Vogtei der vonSchröck in M. frei sind.
- 1308 erhält Kloster Hachborn Güterbesitz von Wetzlarer Bürgern. - Landgräfliche Einkünfte aus Güterbesitz 1357 genannt 1494 sind dem Landgraf 7 Pflüge dienstbar.
- 1454 bescheinigt Heinrich von Lehrbach seinem Lehnsherrn Siegfried von Nordeck den Empfang mehrerer in M. gelegener Lehen aus der Vogtei Ebsdorf
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1577 und später nach Wittelsberg eingepfarrt. Nach 1835 Filiale von Wittelsberg.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Wittelsberg, Einführung der Reformation vermutlich ab 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Moischt, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9232_moischt> (aufgerufen am 10.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9232