Weißenborn

Die Lage von Weißenborn im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8,5 km südöstlich von Neukirchen.
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in einem vom Weißenbornbach und mehreren Seitentälchen gebildeten Talkessel. Kirche mit wehrhaft ummauertem Kirchhof und Tor in erhöhter Lage am Südost-Rand des Ortes. Straße Görzhain - Schorbach wird im Ortsbereich gekreuzt von Straße Ottrau - Hausen. 0,5 km nordwestlich von Weißenborn befindet sich ein Bahnhof (Haltepunkt) der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld - Schwalmstadt/Treysa von 1907 bis zur Stillegung der Strecke am 10. September 1984.
Ersterwähnung
1309
Historische Namensformen
- Wisenborn (1309) (Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1II Nr. 2)
- Wissenborn (1375) (UA Immichenhain)
- Wisinborne (um 1580)
- Wissenborn (um 1580)
- Weissenborn (um 1580) (Ziegenhain. Beschr.)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1913/1915
Älteste Gemarkungskarte
1774
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3530755, 5632073
UTM: 32 U 530668 5630260
WGS84: 50.823246° N, 9.435411° O
Statistik
Ortskennziffer
634020060
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 801 stellbares Land, 311 Wiesen, 22 Gärten, 97 Triesche.
- 1885 (Hektar): 318, davon 195 Acker (= 61.32 %), 74 Wiesen (= 23.27 %), 1 Holzungen (= 0.31 %)
- 1961 (Hektar): 405, davon 2 Wald (= 0.49 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 45 Hausgesesse
- 1639: 10 hausgesessene Männer, 10 Witwen, 14 unmündige Waisen+1681: 23 Hausgesesse, 1 Ausschuss, 1 Junggeselle
- 1777: 2 Schmiede, 2 Maurer, 3 Schneider, 1 Seifensieder, 2 Schreiner, 8 Leineweber (zum Teil nur eigene Tuchherstellung), 1 Wollkämmer, 1 Wagner, 4 Tagelöhner und Spinnerinnen, 3 Schäfer, 5 Ziegel- und Kalkbrenner, 1 Branntweinbrenner und -schenker, 1 Wirt, 1 Müller
- 1777: 55 Wohnhäuser mit 283 Einwohner
- 1834: 402, 1885: 350 Einwohner
- 1838 (Familien): 34 Ackerbau, 33 Gewerbe, 10 Tagelöhner
- 1861: 395 evangelisch-reformierte Einwohner
- 1885: 350, davon 350 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961 (Erwerbspersonen): 126 Land- und Forstwirtschaft, 26 produzierendes Gewerbe, 21 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges
- 1961: 432, davon 404 evangelisch (= 93.52 %), 27 katholisch (= 6.25 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1366 und später: Gericht (Amt) Oberaula (ziegenhainischer Anteil)
- 1807- 1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Oberaula
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Oberaula
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Ziegenhain
Gemeindeentwicklung
Am 1.4.1972 mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Ottrau zusammengeschlossen, deren Ortsteil Weißenborn seitdem ist.
Gericht
- 1822: Justizamt Oberaula.
- Seit 1867: Amtsgericht Oberaula.
- 1879: Amtsgericht Oberaula
- Seit 1945: Amtsgericht Neukirchen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1311 verkauft Ludwig von Schorbach Kloster Immichenhain alle seine Güter in Weißenborn.
- 1360/67 hat Kloster Immichenhain in Wießenborn Einkünfte von 8 Beständern seines Güterbesitzes.
- 1375 verkaufen die von Ehringshausen dem Kloster ihr Gut.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1465 und später: nach Oberaula eingepfarrt. Seit 1900: Filiale von Olberode.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1777: 1 Müller (vgl. Einwohnerstatistik).
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortslexikon Ziegenhain, S. 224 f.
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 503
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Weißenborn, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4793_weissenborn> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4793