Lützelwig

Die Lage von Lützelwig im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
3,5 km südwestlich von Homberg (Efze).
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf einem nach Norden zum Ohebach ziehenden Geländerücken. Kirche in zentraler Lage; südöstlich davon Gutshof, beide von halbkreisförmiger Wegeführung umschlossen.
Im Ortsbereich führen von der Bundesstraße 254 (nördlicher Zweig der alten Landstraße durch die Langen Hessen) Straßen nach Caßdorf und Sondheim ab.
Ersterwähnung
1189
Historische Namensformen
- Lucelenwic, de (1189) (Mainzer Urkundenbuch 2, 2 Nr. 521)
- Luczilwig (1224) (Hessengau 155)
- Lutzilwich (1247) (UA Kappel)
- Lutzelwich, in (1307)
- Lytzelwik (1336)
- Lutzelwieg (1556)
- Lotzelwigk
- Lützelwigk (1575/85)
- Luitzelwigk (1595)
- Lützellwig (1694)
Bezeichnung der Siedlung
- 1322: villa.
Umlegung der Flur
1875, 1883, 1889
Älteste Gemarkungskarte
1721
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3525929, 5652555
UTM: 32 U 525845 5650734
WGS84: 51.007592° N, 9.368376° O
Statistik
Ortskennziffer
634009090
Flächennutzungsstatistik
- 1537: 12 landgräflich, 1 Hube des Klosters Haina.
- 1742 (Kasseler Acker): 392 Land, 74 Wiesen, 125 Wald.
- 1885 (Hektar): 245, davon 176 Acker (= 71.84 %), 41 Wiesen (= 16.73 %), 10 Holzungen (= 4.08 %)
- 1961 (Hektar): 252, davon 3 Wald (= 1.19 %)
Einwohnerstatistik
- 1537: 6 landgräfliche Hübner, 1 Hübner des Klosters Haina, 2 Köttner, 3 Beisassen (vgl. Flächennutzung).
- 1575/85: 12 Hausgesesse.
- 1639: 4 verheiratete, 2 verwitwete Hausgesesse.
- 1742: 17 Häuser, 1747: 86 Einwohner.
- 1834: 216, 1885: 199 Einwohner.
- 1861: 222 evangelisch-reformierte, 11 Einwohner unbestimmter Konfession.
- 1885: 199, davon 199 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1925: 217, 1939: 169, 1950: 324, 1961: 197 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 53 Land- und Forstwirtschaft, 34 Produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 197, davon 182 evangelisch (= 92.39 %), 14 katholisch (= 7.11 %)
- Um 1490: 6 wehrhafte Männer (6 Fastnachtshühner).
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1376 und um 1490: Amt Homberg
- 1537: Gericht Vernika
- 1538 und 1575/85: Amt Homberg
- 1742: Amt Homberg, Grebenstuhl Vernika oder Lützelwig
- 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
- 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Fritzlar-Homberg
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.
Gericht
- 1742: Grebenstuhl Lützelwig (Gericht Vernika).
- Flurname Galgenacker.
- vor 1822: Amt Homberg
- 1822: Landgericht Homberg
- 1832: Justizamt Homberg
- 1867: Amtsgericht Homberg
- 1968: Amtsgericht Homberg
- 1879: Amtsgericht Homberg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1247: Graf Gottfried von Reichenbach gestattet dem Kloster Spieskappel den Verkauf von Gütern zu Lützelwig gegen Lehnsauftragung.
- 1269: Kloster Homberg hat bei seiner Gründung von seinem Gründer, Propst Arnold von Eppenberg, Gefalle zu Lützelwig erhalten.
- 1307: Die Voßzal verkaufen die Hälfte ihrer Güter zu Lützelwig an Kloster Spieskappel.
- 1322: Güter und Einkünfte zu Lützelwig durch Schiedsspruch an Kloster Eppenberg und Kloster Homberg gewiesen.
- 1326: Kloster Spieskappel verkauft eine Hofstätte vor Lützelwig.
- 1332: Heinrich von Witzenhausen verpfändet mit Hersfelder Genehmigung Güter zu Lützelwig.
- 1336: Berthold Flemingk, Bürger zu Eschwege, verkauft seine Erbgüter zu Lützelwig an Konrad Voßzal, die von Lützelwig eine Korngülte aus ihrem Gut zu Lützelwig an Henne Bischoff.
- 1345 und noch 1356: Kloster Spieskappel verschreibt aus seinen Gütern zu Lützelwig.
- 1380: Die Keiner verkaufen ein Viertel Vogtweizen aus Vorwerk Lützelwig.
- 1386: Kloster Spieskappel erhält Güter zu Lützelwig zugesprochen.
- 1395: Hermann von Beisheim hat als Falkenberger Lehen den Zehnten zu Lützelwig inne, Wigand Molner eine Hube.
- 1418: Die von Lützelwig verkaufen dem Homberger Schöffen Tilo Glasewaldt eine Korngülte aus Gut und Erbe zu Lützelwig.
- 1454: Johann Glasewaldt verkauft den Fruchtzins zu Lützelwig, den er von den von Lützelwig kaufte, dem Priester Hermann Bischof.
- 1458: Landgraf Ludwig belehnt die von Dalwigk mit seinem Hof zu Lützelwig; folgend Belehnungen bis 1515.
- 1463: Die Familie Jordan verkauft ihr Erbteil am Gut zu Lützelwig.
- 1554: Landgraf Philipp belehnt Lorenz Fuchs mit Hof zu Lützelwig, 1556: Jost von Habel mit Hof; folgend Belehnungen bis 1593.
- 1616: Landgraf Moritz belehnt die von Habel mit Hof zu Lützelwig.
- 1723-1824: Belehnungen der von Dalwigk.
Zehntverhältnisse
1448: Der Priester Johann Sinnig vermacht der Familie Bischoff zu Homberg den großen und kleinen Zehnten zu Lützelwig.
1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit Zehnten zu Lützelwig; folgend Belehnungen bis 1606.
1611: Georg von Falkenberg belehnt Heinrich von Wildungen erneut mit Zehnten zu Lützelwig.
Ortsadel
1189-1550.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1342 und noch 1556: zur Pfarrei Verna gerechnet.
1569: nach Wernswig eingepfarrt.
1575/85: Caßdorf versieht Lützelwig.
1589: mit Leuderode verbunden.
Seit etwa 1624: eigener Pfarrer in Lützelwig.
Seit Mitte 17. Jahrhundert als Vikariat abwechselnd mit Caßdorf und Verna verbunden.
Seit 1836: Vikariat von Caßdorf.
Patronat
Patron: von Lützelwig, dann von Habel, seit 1723 von Dalwigk.
1825: Hermann Scheuch, 1829: H. K. Wittich als Inhaber des Ritterguts Lützelwig.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Verna, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Vernaer Pfarrer Johann Dippel um 1527.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lützelwig, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3994_luetzelwig> (aufgerufen am 05.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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