Dinkelrode

Die Lage von Dinkelrode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
7,5 km südöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleine Siedlung mit lockerer Gehöftanordnung in einem zur Solz führenden Tal (Dinkelröder Wasser), entlang der nach Malkomes führenden K 20, die hier auf die L3171 trifft.
Ersterwähnung
1240
Historische Namensformen
- Tinchemrod; Tichenrod (1240) [Abschriften Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, S. 75, Nr. 116]
- Tynkerod (1314) [HStAM, Urk. 56, 206]
- Dinckenrodt (1562) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1636]
- Dӱnckerodt (1571) [Abschrift 1740 HStAM Best. S Nr. 449 (Salbuch Amt Landeck)]
- Dinckerodt (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Dinckelrode (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1240, 1314)
- Wüstung (1516)
Umlegung der Flur
1916
Älteste Gemarkungskarte
1705
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3556938, 5634489
UTM: 32 U 556841 5632675
WGS84: 50.842982° N, 9.807337° O
Statistik
Ortskennziffer
632019010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 89, davon 66 Acker (= 74.16 %), 12 Wiesen (= 13.48 %), 1 Holzungen (= 1.12 %)
- 1961 (Hektar): 95, davon 5 Wald (= 5.26 %)
Einwohnerstatistik
- 1571: 4 Hausgesesse
- 1585: 4 Hausgesesse
- um 1610: - Hausgesesse
- 1628: - Hausgesesse
- 1673: 6 Hausgesesse
- 1747: 9 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1818: 8 steuerpflichtige Häuser mit 44 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schuhmacher, 1 Tagelöhner, 1 Schäfer
- 1885: 98, davon 98 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 157, davon 152 evangelisch (= 96.82 %), 2 katholisch (= 1.27 %)
- 1970: 141
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- 1240 tragen die von Uffhausen ihr Eigen im Dorf Dinkelrode dem Kloster Hersfeld zu Lehen auf. 1314 überträgt der Abt von Hersfeld dem Burgmann auf der Burg Landeck Albert von Romrod alle Güter im Dorf und in der Gemarkung von Dinkelrode für zehn Jahre. 1366 erwarben die von Romrod hier weiteren Besitz. 1516 übergibt der Abt von Hersfeld die Wüstung an Dolle Malkams und dessen Kinder zu lebenslangem Besitz.
- Verwaltungstechnisch gehört Malkomes zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1747, 1818, 1872 und 1994 zu Schenklengsfeld gehörig
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich um 1527.
Kultur
Schulen
1818 keine Schule vorhanden
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 312 (Register)
- Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 91.
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 518 (Sippel) > frühere Kirche
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Dinkelrode, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3310_dinkelrode> (aufgerufen am 02.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3310