Unterweisenborn

Die Lage von Unterweisenborn im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
12 km südöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung an der (südlichen) Solz, einem rechten Nebenfluss der Fulda. Durch den Ort führt als abknickende Hauptachse parallel zum Bach die L 3171 nach Schenklengsfeld.
Ersterwähnung
1314
Siedlungsentwicklung
Noch im 16. Jahrhundert nutzten die Bewohner von Unterweisenborn und Wehrshausen mit Schenklengsfeld eine gemeinsame Waldmark in Markgenossenschaft.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Die Bezeichnung Unterweisenborn setzt sich erst im 19. Jahrhundert durch. vgl. Oberweisenborn
Historische Namensformen
- Wyzzenborn, inferior (1314) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 209]
- Nydern Wießinborn (1413) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 773]
- Weisenborn (1559) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 208 Beilage 15]
- Weisenborn (1571) [Abschrift 1740 HStAM Best. S Nr. 449 (Salbuch Amt Landeck)]
- Weißenborn (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Unter Weißenborn (1673) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 281 Beilage 42]
- Niederwyssenborn (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Unterweisenborn (1826) [Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld, S. 378-390]
- Unter Weisenborn (1885) [Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, S. 62]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf, Dorffschafft (1826)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1901
Älteste Gemarkungskarte
1705
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3558896, 5629536
UTM: 32 U 558798 5627724
WGS84: 50.798268° N, 9.834338° O
Statistik
Ortskennziffer
632019110
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 376, davon 298 Acker (= 79.26 %), 52 Wiesen (= 13.83 %), 0,4 Holzungen (= 0.00 %)
- 1961 (Hektar): 375, davon 12 Wald (= 3.20 %)
Einwohnerstatistik
- 1571: 18 Hausgesesse
- 1585: 18 Hausgesesse
- um 1610: 18 Hausgesesse
- 1628: 18 Hausgesesse
- 1673: 15 Hausgesesse
- 1747: 29 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1826: 24 steuerpflichtige Häuser mit 117 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Schmied, 1 Schuhflicker, 1 Schneider, 1 Schäfer, 1 Tagelöhner, 5 Spinner
- 1885: 131, davon 131 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 147, davon 112 evangelisch (= 76.19 %), 31 katholisch (= 21.09 %)
- 1970: 123
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1343: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- 1314 überträgt der Abt von Hersfeld Einkünfte u.a. in Unterweisenborn als Burglehen an Hermann von Borsch und dessen Ehefrau Elisabeth. 1343 erhält der Wäppner Hermann von Buchenau vom Kloster Hersfeld ein Vorwerk und anderthalb Hufen zu Unterweisenborn als Erbburglehen auf der Burg Landeck.
- 1413 verkaufen Johann von Reckerode und seine Ehefrau Benit ihre Äcker und Güter in Unterweisenborn, Lehen des Klosters Hersfeld, mit Zustimmung des Abts an Johann Schade von Leibolz und dessen Ehefrau Sophia.
- 1567 erhält Eberhard von Buchenau u.a. einen Hof zu Weißenborn, in früheren Zeiten Borschenhof genannt, sowie ein Vorwerk zu Weißenborn, genannt Borschenvorwerk als hersfeldisches Lehen.
- Verwaltungstechnisch gehört Unterweisenborn im Spätmittelalter zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Zugleich ist es Grenzort zur Gebiet der Abtei Fulda. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. 1585 ist die Herrschaft zwischen Hersfeld und Hessen geteilt. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fällt mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1736 bis 1742 fällt Unterweisenborn vorübergehend an Kursachsen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Dorf des hersfeldischen Amts Landeck
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1826 ist keine Kirche vorhanden
Pfarrzugehörigkeit
1585, 1747, 1826, 1872 und 1994 zu Schenklengsfeld gehörig
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Schulen
1826 ist keine Schule vorhanden, die Kinder gehen nach Malkomes
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1826 wird die Mühle am Ausgang des Dorfes mit dem Wasser der Solz in Vereinigung mit dem nicht weit davon gelegenen Bach, der Quilleborn genannt, betrieben. Sie hat ein oberschlächtiges Wasserad mit nur einem Mahlgang. Die Mühle wird seit 1930 nicht mehr betrieben, 1958 ist das Wasserrad nicht mehr vorhanden.
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Unterweisenborn, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3292_unterweisenborn> (aufgerufen am 02.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3292