Schenksolz

Dorf · 280 m über NN  
Gemeinde
Schenklengsfeld
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

9 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Kleines Dorf mit weitläufiger Gehöftanordnung an der (südlichen) Solz, einem rechten Nebenfluss der Fulda. Durch den Ort führt als Hauptachse die Solztalstraße, im Westen verläuft die L 3171.

Ersterwähnung

1312

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1313)
  • Dorfschaft (1826)

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3558454, 5634573
UTM: 32 U 558356 5632759
WGS84: 50.843586° N, 9.828871° O

Statistik

Ortskennziffer

632019100

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 77, davon 46 Acker (= 59.74 %), 17 Wiesen (= 22.08 %), 4 Holzungen (= 5.19 %)
  • 1961 (Hektar): 77, davon 4 Wald (= 5.19 %)

Einwohnerstatistik

  • 1571: 5 Hausgesesse
  • 1585: 5 Hausgesesse
  • um 1610: 5 Hausgesesse
  • 1628: 5 Hausgesesse
  • 1673: 5 Hausgesesse
  • 1747: 5 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1826: 6 steuerpflichtige Häuser mit 29 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Mahl- und Schlagmüller, 1 Seiler, 1 Schäfer
  • 1885: 54, davon 54 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 59, davon 58 evangelisch (= 98.31 %), 1 katholisch (= 1.69 %)
  • 1970: 64

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Hersfeld, KlosterIm 14. Jahrhundert ist Schenksolz ein Dorf des hersfeldischen Amts Landeck. 1313 überträgt der Abt von Hersfeld Lehen in Lampertsfeld und Schenksolz an Hermann von Borsch und dessen Ehefrau Elisabeth.
  • 1368 verpfänden Abt und Konvent zu Hersfeld dem Propst und dem Konvent in Kreuzberg ihr Schloss Landeck mit Gericht, Vogtei und allen Rechten sowie den ihnen erblich von Simon von Buchenau verschriebenen halben Teil an Malkomes, Schenksolz und Lampertsfeld mit allem Zubehör an Gericht, Dorf, Feld, Holz, Wasser und Weide für 2.000 Gulden. 1387 kommt es zum Verkauf einer Gülte in Schenksolz und Lampertsfeld durch den Abt von Hersfeld.
  • Verwaltungstechnisch gehört Schenksolz im Spätmittelalter zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Um 1495 machen die Hessischen Amtleute aus Friedewald Rechte u.a. am Dorf Schenksolz geltend. Die Herrschaft im Amt Landeck ist bleibt zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzt Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schließt er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wird dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fällt mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. Von 1736 bis 1742 fällt Schenksolz vorübergehend an Kursachsen.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1826 nach Schenklengsfeld eingepfarrt

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen

1826 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Malkomes

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

In der Schleensteinkarte (1708/10) ist ein Mühlensymbol eingezeichnet. 1826 hat sie eine Mahl- und Schlaggang, wird aber das Jahr hindurch nur wenig benutzt. Die sog. Solzmühle im Norden des Ortes wurde mit dem Wasser der Solz bis 1941 über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben. Mit neuem Wasserrad war sie bis 1970 in Betrieb.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schenksolz, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3282_schenksolz> (aufgerufen am 01.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3282