Landershausen

Die Lage von Landershausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,5 km südöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Ursprünglich aus wenigen Gehöften bestehende Siedlung südwestlich von Schenklengsfeld. Im Nordwesten verläuft der in die Solz mündende Ringbach, Hauptaverkehrsachse ist die durch den Ort auf die L 3341 im Westen führende Schenklengsfelder Straße (K 18), von der einige jüngere kürzere Wege mit jüngerer Bebauung abgehen.
Ersterwähnung
(1343-1364)
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Hersfeld-Wippershain.
Historische Namensformen
- Lentershusen (1343-1364) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 681, Blatt 3 = Herbst, Hersfelder Zinsenverzeichnis des 14. Jahrhunderts, S. 18]
- Lanttirshusin (Ende 14. Jh.) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 292-293]
- Lantershusen, pober (1478) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 204-205 Beilage 12]
- Lendershausen (1639) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 292-293]
- Lantterßhusen, bober (1509) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1326]
- Landershausen (1571) [Abschrift 1740 HStAM Best. S Nr. 449 (Salbuch Amt Landeck)]
- Lantershausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Lantershausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1747)
Umlegung der Flur
1911
Älteste Gemarkungskarte
1706
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3557693, 5630210
UTM: 32 U 557596 5628397
WGS84: 50.804447° N, 9.817382° O
Statistik
Ortskennziffer
632019060
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 227, davon 183 Acker (= 80.62 %), 27 Wiesen (= 11.89 %), 1 Holzungen (= 0.44 %)
- 1961 (Hektar): 278, davon 58 Wald (= 20.86 %)
Einwohnerstatistik
- 1571: 13 Hausgesesse
- 1585: 13 Hausgesesse
- um 1610: 13 Hausgesesse
- 1628: 13 Hausgesesse
- 1673: 10 Hausgesesse
- 1747: 17 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1826: 17 Bau- oder Feuerstätten mit 90 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schenkwirt, 1 Zimmermann, 1 Schmied, 2 Tagelöhner, 1 Tagelöhnerin
- 1885: 123, davon 122 evangelisch (= 99.19 %), 1 katholisch (= 0.81 %)
- 1961: 223, davon 178 evangelisch (= 79.82 %), 38 katholisch (= 17.04 %)
- 1970: 234
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Das Dorf Landershasuen gehörte zum hersfeldischen Amt Landeck. Die Herrschaft im Amt Landeck war zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1736 bis 1742 fiel es vorübergehend an Kursachsen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Dorf des hersfeldischen Amts Landeck
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Bethaus 1791 errichtet
Pfarrzugehörigkeit
1585, 1747, 1826, 1872 und 1994 zu Schenklengsfeld gehörig
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Schulen
1826 ist kein Schulhaus vorhanden
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 935-937
- Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 317 (Register)
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 519 (Sippel) > Gemarkungsfunde
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 292-293
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Landershausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3261_landershausen> (aufgerufen am 02.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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