Lampertsfeld

Die Lage von Lampertsfeld im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Gehöftgruppe
Lagebezug
10 km südöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Gehöftgruppe an der Solz nördlich von Schenklengsfeld. Im Westen verläuft, parallel zur Solz, die von Südosten nach Nordwesten führende Hersfelder Straße (L 3171).
Ersterwähnung
1313
Siedlungsentwicklung
1962 wird Lampertsfeld im Amtlichen Verzeichnis der Gemeinden in Hessen nicht aufgeführt.
Historische Namensformen
- Lemphersfeld, in (1313) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 200]
- Lempharsfeld, in (1327) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 255]
- Lempirsfelt (1368) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 624]
- Lemmersfeld (1366-88) [HStAM Best. K Nr. 249, fol. 39v]
- Lempirsfelde (1387) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 659]
- Lampertsfelde (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Lampersfeld (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1313)
- Hof (1818)
Älteste Gemarkungskarte
1707
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3559194, 5633370
UTM: 32 U 559096 5631556
WGS84: 50.832698° N, 9.839183° O
Statistik
Ortskennziffer
632019050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 48, davon 29 Acker (= 60.42 %), 9 Wiesen (= 18.75 %), 4 Holzungen (= 8.33 %)
- 1961 (Hektar): 6 Wald
Einwohnerstatistik
- 1571: 2 Hausgesesse
- 1585: 2 Hausgesesse
- um 1610: 1 Hausgesesse
- 1628: 1 Hausgesesse
- 1673: 2 Hausgesesse
- 1747: 6 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1826: 3 Wohngebäude mit 19 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Mahl- und Schlagmüller
- 1885: 19, davon 19 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 12, davon 12 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1970: 12
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.4.1962 wurde die Gemeinde Lampertsfeld als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- 1313 überträgt der Abt von Hersfeld Lehen in Lampertsfeld und Schenksolz an den Landecker Burgmannen Hermann von Borsch und dessen Ehefrau Elisabeth. Unter den vom Abt von Hersfeld 1327 bestätigten Burglehngütern der von Hattenbach gehören auch solche zu Lampertsfeld. 1368 verpfänden Abt und Konvent zu Hersfeld dem Propst und dem Konvent in Kreuzberg ihr Schloss Landeck mit Gericht, Vogtei und allen Rechten sowie den ihnen erblich von Simon von Buchenau verschriebenen halben Teil an Malkomes, Schenksolz und Lampertsfeld mit allem Zubehör an Gericht, Dorf, Feld, Holz, Wasser und Weide für 2.000 Gulden. 1387 kommt es zum Verkauf einer Gülte in Schenksolz und Lampertsfeld durch den Abt von Hersfeld.
- Verwaltungstechnisch gehört Lampertsfeld zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1826 und 1872 zu Schenklengsfeld gehörig, 1994 nicht mehr eigens aufgeführt
Kultur
Schulen
1826 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen in die Schule nach Schenklengsfeld
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1826 wird die oberschlächtige Mahlmühle mit einem Schlaggang mit dem Wasser der Solz angetrieben. Die Inneneinrichtung wurde bereits 1932/33 ausgebaut und die Mühle abgerissen.
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lampertsfeld, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3256_lampertsfeld> (aufgerufen am 11.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3256