Malkomes

Dorf · 260 m über NN  
Gemeinde
Schenklengsfeld
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

8 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Kleines Dorf mit lockerer Gehöftanordnung westlich der (südlichen) Solz, einem rechten Nebenfluss der Fulda. Durch den Ort verläuft als Nord-Südachse die Brunnenstraße, auf die, parallel zum gleichnamigen von Südwesten kommenden Bach, die Dinkelroder Straße (K 20) stößt. In diesem kleinen Ortskern befindet sich auch die Dorfkirche. Im Osten verläuft, parallel zur Solz, als Ortsumgehung die L 3171. Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld – Philippsthal/Heimboldshausen (Inbetriebnahme der Strecke 27.9.1912) bis zur Stilllegung der Strecke am 1.11.1969.

Ersterwähnung

1340

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Dorf (1368)
  • Dorf und Wüstung (1493)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1906

Älteste Gemarkungskarte

1706

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3557740, 5635553
UTM: 32 U 557643 5633738
WGS84: 50.852466° N, 9.818889° O

Statistik

Ortskennziffer

632019070

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 165, davon 106 Acker (= 64.24 %), 28 Wiesen (= 16.97 %), 7 Holzungen (= 4.24 %)
  • 1961 (Hektar): 170, davon 7 Wald (= 4.12 %)

Einwohnerstatistik

  • 1571: 17 Hausgesesse
  • 1585: 17 Hausgesesse
  • um 1610: 17 Hausgesesse
  • 1628: 17 Hausgesesse
  • 1673: 10 Hausgesesse
  • 1747: 15 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1826: 18 Häuser, 1 Hirtenhaus mit 105 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Schneider, 1 Wollspinner und 2 Tagelöhner
  • 1885: 202, davon 202 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 260, davon 237 evangelisch (= 91.15 %), 16 katholisch (= 6.15 %)
  • 1970: 258

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • 1340 vererben das Kloster St. Petersberg vor Hersfeld sowie auch Friedrich und Tile von Wolfershausen ihr gemeinsames Gut in Malkomes gegen einen jährlichen Zins an Frucht und Geld sowie einen gewissen Dienst an Johann Winener. 1368 verpfänden Abt und Konvent zu Hersfeld dem Propst und dem Konvent in Kreuzberg ihr Schloss Landeck mit Gericht, Vogtei und allen Rechten sowie den ihnen erblich von Simon von Buchenau verschriebenen halben Teil an Malkomes, Schenksolz und Lampertsfeld mit allem Zubehör an Gericht, Dorf, Feld, Holz, Wasser und Weide für 2.000 Gulden.
  • 1493 bekennen Ludwig von Hanstein und der Konvent des Klosters St. Petersberg bei Hersfeld, dass sie das Dorf und die Wüstung Malkomes mit allem Zubehör außer der Mühle und dem dazugehörigen Wiesenland für einen jährlichen Zins dem Einwohner Heinz Tolde daselbst und Konsorten erblich überlassen haben.
  • Verwaltungstechnisch gehört Malkomes zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Dorf des Klosters Petersberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1734 Kirche als kleiner zweigeschossiger Fachwerksbau errichtet

Pfarrzugehörigkeit

1585, 1747, 1826, 1872 und 1994 nach Schenklengsfeld eingepfarrt.

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen

1826 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Schenklengsfeld zur Schule
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1493 wird eine Mühle erwähnt
1826 befindet sich die mit dem Wasser der Solz über 2 oberschlächtigen Wasserrädern angetriebene Mahl- und Schlagmühle in der Mühlgasse am Ortsausgang. 1941 wird das Wasserrad gegen eine Turbine ausgetauscht, die später nur noch Strom erzeugt.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Malkomes, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3083_malkomes> (aufgerufen am 02.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3083