Allendorf

Die Lage von Allendorf im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
14 km südwestlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Wölfelbach, einem Zufluss zur Ibra. Vom Ort aus führt die K 33 über Gershausen nach Kirchheim.
Ersterwähnung
1331
Weitere Namen
Allendorf in der Wüste
Siedlungsentwicklung
Alldendorf ist 1331 belegt und wurde 1561 und 1599 als wüst, 1600 als Dorf bezeichnet.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederaula.
Historische Namensformen
- Aldinthorp (1331) [Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 148]
- Aldendorf; Allendorff (1551 und 1599) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 211-213, Beilage 18]
- Allendorff (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Allendorff (1599) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 229-230, Beilage 28]
- Allendorffe (1600) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1989]
- Alendorf (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Allendorff in der Wüste (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- wüst (1551)
- wustenung (1599)
- Dorf (1600)
- Dorfschaft (1766)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1920
Älteste Gemarkungskarte
1871
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3537328, 5632585
UTM: 32 U 537239 5630772
WGS84: 50.827463° N, 9.528741° O
Statistik
Ortskennziffer
632011010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 157, davon 85 Acker (= 54.14 %), 23 Wiesen (= 14.65 %), 29 Holzungen (= 18.47 %)
- 1961 (Hektar): 536, davon 384 Wald (= 71.64 %)
Einwohnerstatistik
- 1673: 8 Hausgesesse
- 1747: 18 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 18 Feuerstellen mit 89 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schneider, 1 Leinweber, 5 Leinweber, die auch Ackerleute sind und ihr eigen Haustuch machen, 1 Tagelöhner,
- 1885: 175, davon 173 evangelisch (= 98.86 %), 2 katholisch (= 1.14 %)
- 1961: 193, davon 175 evangelisch (= 90.67 %), 18 katholisch (= 9.33 %)
- 1970: 152
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (Ganerben: von Diede zum Fürstenstein und von Meisenstein)
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- um 1900: Amtsgericht Niederaula (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 7)
- 1932: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Allendorf in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Allendorf gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten. Frielingsche Ganerben, die es vom Kloster Hersfeld zu Lehen trugen (1599 und 1600): Reverse der von der Malsburg 1541-1572, der Spete 1535-1731, der Meisenbuge 1578-1787, der von Hanstein 1587-1631, der Diede von Fürstenstein 1739-1807.- Die Gemarkung von Allendorf, die zum Amt Niederaula gerechnet wurde, grenzte an die Grafschaft Ziegenhain. Der Grenzverlauf wurde 1599 festgelegt, im Jahr darauf wurde in einem Vergleich festgehalten, dass die Frielinger Ganerben die Niedergerichtsbarkeit, die Abtei aber die Hohe Gerichtsbarkeit innehaben soll.
- 1766 haben die Landgrafen die Hohe, die Ganerben von Diede und Meysebug zu Frielingen die Zins-, Dienst und Lehnbarkeit inne.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1560, 1747, 1872 und 1994 nach Frielingen eingepfarrt
Patronat
1766 hat der Landgraf das Patronatsrecht
Bekenntniswechsel
Das Dorf war bis 1599 wüst, danach vermutlich von der evangelischen Pfarrei Frielingen versehen.
Kultur
Schulen
1766 ist ein Schulhaus vorhanden
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
Keine Mühle vorhanden, die Einwohner mahlen, wo sie wollen, meistenteils aber in der Mühle zu Gershausen und zu Rimboldshausen
Nachweise
Literatur
- Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 148.
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 494
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 310 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 7
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 461 f.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Allendorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2957_allendorf> (aufgerufen am 12.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2957