Burg Eschborn

Die Lage von Eschborn, Burg im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Burg
Lagebezug
10,5 km nordöstlich von Hofheim am Taunus
Lage und Verkehrslage
Am nördlichen Ortsrand von Eschborn (11./12. Jahrhundert - Anfang 17. Jahrhundert) Besitzgeschichte: Herren von Eschborn ("Ascenburne"; Reichsministeriale, die erstmals 1192 urkundlich erwähnt werden); Mit dem Bau der größeren Burg Kronberg um 1230 spaltet sich das Adelsgeschlecht in zwei Linien. Der "Kronenstamm" bezieht die neue Burganlage unmittelbar nach der Fertigstellung, während der "Flügelstamm" wohl erst um 1250 nachfolgte. Beide Linien benannten sich nunmehr nach ihrem neuen Adelssitz (Herren von Kronberg). (In der Folge bis zu ihrer Zerstörung im frühen 17. Jh. Ganerbenburg) Burggeschichte: 1367: Einzige urkundliche Erwähnung eines Burgbergs zu Eschborn, 1622 wurde Eschborn von den Truppen Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel geplündert und niedergebrannt. Auch die Burg soll hierbei zerstört worden sein. Baugeschichte: Wohl in salischer Zeit errichtet Baubeschreibung: Turmburg. Auf einem künstlichen Hügel (zur Ausgrabungszeit Ende des 19. Jahrhunderts noch 2 m über dem Terrainniveau) mit einer Basisbreite von etwa 25 m stand ein quadratischer Turm von 10,4 m Durchmesser mit 2,75 m starken Mauern (Innenraum von 4,9 x 4,9 m). Das Hügelplateau war von einer 1,2 m starken quadratischen Ringmauer mit abgerundeten Ecken umfasst. Der Turm war nicht etwa zentriert sondern lag am nächsten zur Westseite der Ringmauer. "Obwohl die Breite zwischen Turm und Mauerring nur 2,5 - 4,5 m betrug, entdeckte man im Innenraum Gebäudereste, darunter ein Palas (Schmidt, Niederungsburgen, S. 100)". Umfasst wurde der Hügel von einem 10-15 m breiten und 4 m tiefen Graben. Abgang: 1622 wurde Eschborn von Truppen Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel gebrandschatzt. (Die Burg soll hierbei ebenfalls zerstört worden sein und wurde wohl in der Folgezeit von den Einwohnern Eschborn zum Wiederaufbau ihres Ortes zur Steingewinnung abgetragen.) Erhaltungszustand: Keine Baureste. Lediglich der Burghügel überragt(e) das umliegende Terrain um 2 m. Funde: Zu den älteren Funden siehe: Ompteda, Die von Kronberg und ihr Herrensitz, bes. S. 23 ff. 1963 wurden bei Ausheben eines Graben in der näher der Burg in etwa 1 m Tiefe runde Webgewichte (?) aus rotbraunem Ton gebfunden, von denen eines sichergestellt wurde (Fundberichte aus Hessen 4, 1964, S. 225).
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3469244, 5556928
UTM: 32 U 469181 5555145
WGS84: 50.147729° N, 8.568652° O
Statistik
Ortskennziffer
43600301006
Nachweise
Literatur
- Böhme, Burgen der Salierzeit
- Bohrmann, Turmburg Eschborn
- Knappe, Burgen in Hessen
- Luthmer, Kunstdenkmäler des östlichen Taunus
- Ompteda, Die von Kronberg und ihr Herrensitz
- Sante, Hessen. 3. Aufl.
- Schmidt, Niederungsburgen, S. 99-101.
- Steinmetz, Frühe Niederungsburgen, S. 18-19.
- Thomas, Burg Eschborn
- Ziegler, Eschborner Turmburg
- Ziegler, Eschborn
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eschborn, Burg, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/14756_burg-eschborn> (aufgerufen am 03.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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