Klarenthal

Die Lage von Klarenthal im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Siedlung
Lagebezug
3,5 km nordwestlich von Wiesbaden
Lage und Verkehrslage
Moderne Wohnsiedlung im Nordwesten von Wiesbaden. Ehemalige Klosteranlage am Nordrand der Siedlung im oberen Wellritztal. Bahnhof der Eisenbahnlinie Diez – Wiesbaden ("Aartalbahn";"Langenschwalbacher Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 15.1.1889) (bis Stilllegung der Strecke 1983).
Ersterwähnung
1298
Siedlungsentwicklung
Der Grundstein für das Kloster wurde 1296 gelegt. Nach dessen Niedergang erfolgte die Besiedlung des Umfeldes im Laufe des 19. Jahrhunderts. Am 11. September 1964 (Spatenstich) als jüngster Stadtteil von Wiesbaden begründet.
Historische Namensformen
- Bruderrot (1296) [Kop. 15. Jahrhundert Langkabel, Kloster Klarenthal, Verweis, S. 1]
- Clarendal (1298) [Langkabel, Kloster Klarenthal, Nr. 2a und b, 3a und b, 4, 5, S. 2-4]
- Clarendale (1303) [Langkabel, Kloster Klarenthal, Nr. 6, S. 6]
- Clarental (1307) [Langkabel, Kloster Klarenthal, Nr. 7, S. 7]
- Clarendal (1310) [Langkabel, Kloster Klarenthal, Nr. 11, S. 9]
- Kloster Klarenthal
- Kloster Klarenthal
Bezeichnung der Siedlung
- novi claustri Clarendal (1298) [Langkabel, Kloster Klarenthal, Nr. 4, S. 3]
- Im Amtlichen Verzeichnis der Gemeinden in Hessen von 1962 als Wohnplatz bezeichnet.
- Mühle, Hof
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Klarenthal, Klarissenkloster (→ Klöster)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3442681, 5551414
UTM: 32 U 442629 5549633
WGS84: 50.096188° N, 8.197872° O
Statistik
Ortskennziffer
414000070
Einwohnerstatistik
- 1970: 6211
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1353: Grafschaft Nassau (walramische Linie), Herrschaft Wiesbaden
- 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Wiesbaden
- 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville (als nicht zum Rheingau gehörig bezeichnet)
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wiesbaden
Altkreis
Wiesbaden
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Das für den Bau des Klosters bestimmte Grundstück gehörte zu Adelheidshof in Biebrich im Tal Bruderrot, das König Adolf von Nassau in Klarenthal umbenannte. Zum Unterhalt der Nonnen übertrug er dem Kloster den Adelheidshof zu Biebrich und den Armenruhhof und zwar beide Höfe mit allen zugehörigen Gütern zu Mosbach und andernorts. Der Urkunde folgte ein Besitzanweisungsmandat, in dem der König seinen Statthalter, Ludwig von Sonnenberg, anwies, Ritter und Bürger von Wiesbaden und Mosbach zusammenzurufen und vor ihnen dem Beauftragten des Klosters die geschenkten Besitzungen zu übergeben. Auc die Königin Imagina gab ihre Zustimmung. Die Gründung und der Aufbau des Klosters wurde durch die Gewährung von Ablässen unterstützt.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1730 wurde auf den Fundamenten des niedergelegten Kreuzganges die heute noch dem Gottesdienst dienende Kapelle errichtet. Die alte Klosterkirche wurde 1756 abgerissen.
Patronat
Das Kloster erhielt 1313 das Patronatsrecht über die Kirche in Erbenheim, 1324 über die Pfarrei in Weisel mit der Filialkirche in Kaub und 1355 die Pfarrei in Rheinböllen.
Klöster
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
Das Kloster Klarenthal sollte als Hauskloster für das Haus Nassau dienen, die Gemahlin König Adolfs von Nassau, Imagina und weitere Nachkommen des Königs wurden hier begraben.
In den leer stehenden Gebäuden des Klosters bestand von 1706-1840 eine Spiegelglasfabrik.
Mühlen
1724 wurde eine die Schleifmühle der Glasfabrik in ein Papiermühle umfunktioniert. Das Anwesen brannte 1840 nieder.
Nachweise
Literatur
- Bach, Siedlungsnamen, S. 72,
- Kehrein, Nassauisches Namenbuch, S. 176,
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 81,
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 534-535,
- Denkmaltopographie Wiesbaden 2, S. 600-605,
- Regesten Herrschaft Wiesbaden,
- Langkabel, Kloster Klarenthal,
- Monsees, Inschriften Wiesbaden S. XXIII-XXV,
- Langkabel, Kloster Klarenthal als Hauskloster,
- Loibl, Klarenthal,
- Renkhoff, Wiesbaden im Mittelalter, S. 182-187,
Siehe auch
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Orte
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Klarenthal, Wiesbaden“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11165_klarenthal> (aufgerufen am 10.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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