Klarenthal

Siedlung · 190 m über NN  
Gemarkung
Wiesbaden
Gemeinde
Wiesbaden
Landkreis
Wiesbaden
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Siedlung

Lagebezug

3,5 km nordwestlich von Wiesbaden

Lage und Verkehrslage

Moderne Wohnsiedlung im Nordwesten von Wiesbaden. Ehemalige Klosteranlage am Nordrand der Siedlung im oberen Wellritztal. Bahnhof der Eisenbahnlinie Diez – Wiesbaden ("Aartalbahn";"Langenschwalbacher Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 15.1.1889) (bis Stilllegung der Strecke 1983).

Ersterwähnung

1298

Siedlungsentwicklung

Der Grundstein für das Kloster wurde 1296 gelegt. Nach dessen Niedergang erfolgte die Besiedlung des Umfeldes im Laufe des 19. Jahrhunderts. Am 11. September 1964 (Spatenstich) als jüngster Stadtteil von Wiesbaden begründet.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • novi claustri Clarendal (1298) [Langkabel, Kloster Klarenthal, Nr. 4, S. 3]
  • Im Amtlichen Verzeichnis der Gemeinden in Hessen von 1962 als Wohnplatz bezeichnet.
  • Mühle, Hof

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3442681, 5551414
UTM: 32 U 442629 5549633
WGS84: 50.096188° N, 8.197872° O

Statistik

Ortskennziffer

414000070

Einwohnerstatistik

  • 1970: 6211

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1353: Grafschaft Nassau (walramische Linie), Herrschaft Wiesbaden
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Wiesbaden
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville (als nicht zum Rheingau gehörig bezeichnet)
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wiesbaden

Altkreis

Wiesbaden

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Das für den Bau des Klosters bestimmte Grundstück gehörte zu Adelheidshof in Biebrich im Tal Bruderrot, das König Adolf von Nassau in Klarenthal umbenannte. Zum Unterhalt der Nonnen übertrug er dem Kloster den Adelheidshof zu Biebrich und den Armenruhhof und zwar beide Höfe mit allen zugehörigen Gütern zu Mosbach und andernorts. Der Urkunde folgte ein Besitzanweisungsmandat, in dem der König seinen Statthalter, Ludwig von Sonnenberg, anwies, Ritter und Bürger von Wiesbaden und Mosbach zusammenzurufen und vor ihnen dem Beauftragten des Klosters die geschenkten Besitzungen zu übergeben. Auc die Königin Imagina gab ihre Zustimmung. Die Gründung und der Aufbau des Klosters wurde durch die Gewährung von Ablässen unterstützt.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1730 wurde auf den Fundamenten des niedergelegten Kreuzganges die heute noch dem Gottesdienst dienende Kapelle errichtet. Die alte Klosterkirche wurde 1756 abgerissen.

Patronat

Das Kloster erhielt 1313 das Patronatsrecht über die Kirche in Erbenheim, 1324 über die Pfarrei in Weisel mit der Filialkirche in Kaub und 1355 die Pfarrei in Rheinböllen.

Klöster

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion

Das Kloster Klarenthal sollte als Hauskloster für das Haus Nassau dienen, die Gemahlin König Adolfs von Nassau, Imagina und weitere Nachkommen des Königs wurden hier begraben.

In den leer stehenden Gebäuden des Klosters bestand von 1706-1840 eine Spiegelglasfabrik.

Mühlen

1724 wurde eine die Schleifmühle der Glasfabrik in ein Papiermühle umfunktioniert. Das Anwesen brannte 1840 nieder.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Klarenthal, Wiesbaden“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11165_klarenthal> (aufgerufen am 10.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11165