Ernsthausen

Dorf · 250 m über NN  
Gemeinde
Burgwald
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

9,5 km südwestlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit unregelmäßigen Grundrißmerkmalen am Westrand des Burgwaldes an der Mündung des Senkelbaches in die Wetschaft. Die B 252 Frankenberg (Eder)-Wetter führt am Südostrand durch den Ort. Kirche in zentraler Lage.

Ersterwähnung

um 1130

Siedlungsentwicklung

1482 als Wüstung bezeichnet.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Wolkersdorf.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Dorf (1577)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1919-1922

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3481470, 5649981
UTM: 32 U 481403 5648161
WGS84: 50.984738° N, 8.73506° O

Statistik

Ortskennziffer

635006030

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 703, davon 454 Acker (= 64.58 %), 97 Wiesen (= 13.80 %), 86 Holzungen (= 12.23 %)
  • 1928: Eingemeindung von Teilen der Oberförsterei Wolkersdorf (Teile der Försterei und Forst Ernsthausen)
  • 1961 (Hektar): 780, davon 143 Wald (= 18.33 %)

Einwohnerstatistik

  • 1502: 15 Hausgesesse
  • 1577: 48 Hausgesesse
  • 1747: 96 Haushaltungen
  • 1961: 1075, davon 860 evangelisch (= 80.00 %), 213 katholisch (= 19.81 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1374: Grafschaft (Amt) Wetter (zwischen der Landgrafschaft Hessen und dem Mainzer Erzstift geteilt)
  • 1479-1556: Landgrafschaft Hessen, Amt Wolkersdorf
  • 1577: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Wolkersdorf, Gericht Röddenau
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Werradépartement, Distrikt Marburg, Kanton Rosenthal
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Frankenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis

Frankenberg

Gemeindeentwicklung

Am 01.07.1971 als Ortsteil in die Gemeinde Burgwald eingemeindet.

Gericht

  • 1571: Gericht Röddenau
  • 1821: Justizamt Frankenberg
  • 1867: Amtsgericht Frankenberg

Herrschaft

  • Obwohl nicht explizit genannt, wird auch die Herrschaft in Ernsthausen in den Langsdorfer Verträgen von 1263 zwischen den Landgrafen und dem Mainzer Erzbischof geteilt. Entsprechend wird im Salbuch von 1374 mit den Abgaben aus der Grafschaft Wetter verfahren. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert ist die Herrschaft landgräflich.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Um 1130 ist Ernsthausen einschließlich des Zehnten Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstiftes; die aus dem Güterbesitz anfallenden Zinsen sind seit 1249 an die Landgrafen verpachtet. 1312 erhält das Kloster Georgenberg eine Jahresgülte von Gütern in Ernsthausen. 1317 erwerben dort auch die Johanniter in Wiesenfeld Gutsbesitz und verleiben in der Folge das Dorf in ihre Komturei ein.

Zehntverhältnisse

1303 hat der Ritter Eckhard von Helfenberg die Hälfte des Zehnten als landgräfliches Lehen inne. 1409 verzichtet Rudolf von Helfenberg, Burgmann zu Wolfhagen, u.a. auf die Hälfte des Zehnten zu Ernsthausen, den er als hessisches Lehen innehat, zugunsten der Landgrafen.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Frühneuzeitlicher Kirchenbau mit massivem Chor 1911 abgerissen. 1912/1913 Neubau unter Verwendung von Teilen des Chors.

Pfarrzugehörigkeit

1577 nach Münchhausen eingepfarrt, 1629 und später Filial davon, 1966 ist Ernsthausen Filial von Wiesenfeld.
Aufbau einer Freien evangelischen Gemeinde seit den 1890er Jahren; 1922 Bau eines Gemeindehauses; zur Gemeinde gehören auch Münchhausen und die Stationen Roda, Todenhausen und Wollmar; die Brüdergemeinde aus Münchhausen schließt sich 1948 der Chrischona-Bewegung an;

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich 1527.

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Sendbezirk Kesterburg

Kultur

Schulen

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

In der Flur "Vor der Brückenmühle" befand sich bis 1940 eine Wollspinnerei, die von einem oberschlächtigen Wasserrad betrieben wurde

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ernsthausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1096_ernsthausen> (aufgerufen am 29.11.2025)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1096