Trais-Horloff

Die Lage von Trais-Horloff im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10 km südöstlich von Lich
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen im weit ausladenden Tal der Horloff. Straßendorfartige Siedlung beiderseits der 'Alten Dorfstraße' und einer parallel dazu ausgebildeten Siedlungsachse im S. Kirche mit ummauertem Kirchhof in zentraler Lage. Am westlichen Ortsausgang nahe dem ehemaligen. Grubengelände Bergarbeiterhäuser.
Die Straße nach Bellersheim kreuzt im Westen des Ortes die B 489.
Nordöstlich abgesetzt vom Ort Haltestelle der Eisenbahnlinie Gießen-Gelnhausen ("Lahn-Kinzig-Bahn").
Ersterwähnung
750/802
Historische Namensformen
- Treisa (750/802) [Kopiar um 1160 Codex Eberhardi 2, Bl. 109vb, S. 203 [52] = Stengel, Urkundenbuch des Klosters Fulda 1, Nr. 339. Hier auf Trais/Münzenberg bezogen]
- Treise, in villa (790 (793?) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 2983=3756c. Glöckner räumt der Deutung Trais-Münzenberg den Vorzug vor Tr./Horloff ein]
- Treise, in (930) [Dronke, Codex diplomaticus Fuldensis Neudr., S. 313-314 Nr. 677]
- Hurliftreyse, de (1263) [Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, Nr. 389]
- Trese (1263) [Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, Nr. 394]
- Treise (1282) [Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, Nr. 711]
- Hurftreyse (1342) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 2, Nr. 473]
- Hurlfdreise, zu (1353) [Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3, Nr. 806]
- Dreise, tzu (1383) [Baur, Hessische Urkunden 1 (Starkenburg und Oberhessen), Nr. 1142]
- Treyß (1522) [Solmser Urkunden 3, Nr. 2552]
- Horloff Dreiß (1555) [Staatsarchiv Darmstadt A 3 Nr. 246/2]
Bezeichnung der Siedlung
- villa 790 (793?)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Älteste Gemarkungskarte
1848
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3493106, 5590147
UTM: 32 U 493034 5588351
WGS84: 50.447126° N, 8.90189° O
Statistik
Ortskennziffer
531008100
Flächennutzungsstatistik
- 1854 (Morgen): 778, davon 502 Acker, 239 Wiesen, - Wald
- 1961 (Hektar): 324, davon 6 Wald
Einwohnerstatistik
- 1631: 32 Untert., 4 Witwen
- 1834: 288 Einwohner
- 1885: 282 Einwohner
- 1925: 460 Einwohner
- 1939: 430 Einwohner
- 1950: 724 Einwohner
- 1961: 649 Einwohner
- 1830: 272 evangelische Einwohner 1961: 494 evangelische, 140 römischkath. Einwohner
- 1961 (Erwerbspers.): 50 Land- u. Forstwirtsch., 163 Prod. Gewerbe, 30 Handel, Verkehr u. Nachrichtenübermittlung, 44 Dienstl. u. Sonstige
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 790(793?): Wetterau
- 930: Wettereiba (in pago Uuetereiba)
- 1787: Grafschaft zu Solms-Laubach (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Utphe
- 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Utphe (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
- 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
- 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
- 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
Altkreis
Gießen
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1970 Eingliederung nach Hungen
Gericht
- 1822: Landgericht Laubach, seit 1848: Landgericht , seit 1879: Amtsgericht Hungen, seit 1934: Amtsgericht Nidda
Herrschaft
- Bei der Falkensteiner Teilung 1271 fällt das Gericht Trais Werner von Falkenstein von der Licher Linie zu. Gericht der Herrschaft Münzenberg. Bei der Teilung des münzenberg. Erbes unter den Söhnen Philipps I. von Falkenstein fällt das Gericht Werner von Falkenstein zu. 1423 gehört das Gericht Trais mit den Dörfern Utphe, Inheiden und der Wüstung Feldheim zur falkenstein. Erbschaft der Grafen von Solms und fällt im Rahmen des Teilungsvertrags Graf Johann von Solms zu (Solmser Urkunden 1 Nr. 915).
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 750/802 überträgt Rutfrit Kloster Fulda Güter zu Trais.
- 790 (793?) schenkt Wolfhelm Kloster Lorsch Besitz in Trais.
- 1277 überweisen die Brüder Wigand und Brandan Kloster Haina vorübergehend Einkünfte von ihrer Hufe zu Trais, bis sie dem Kloster in Utphe oder Trais Güter mit einem entsprechenden Jahresertrag übertragen (Franz, Kloster Haina 1 Nr. 653).
- 1353 schenkt Ritter Damme von Muschenheim Kloster Wirberg 2 Morgen Wiesen als Seelgerät u.a. seiner Nichte zu Wirberg und ihrer Freundin von Merlau, die nach beider Tod dem Kloster Wirberg zu einem Almosen bleiben soll (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 1050).
- 1528 verkauft Kloster Haina Graf Philipp von Solms-Münzenberg für 2000 fl. ihren Hof zu Utphe samt Zinsen zu Ober-Bessingen, Ettingshausen, Gontershausen, Laubach, Trais-Horloff. Bestätigung durch Landgraf Philipp 1529 (Solmser Urkunden 3 Nr. 2654, 2680).
Zehntverhältnisse
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Pleban und Kapelle 1263 (vgl. Ziff. 2b).
Pfarrzugehörigkeit
Inheiden war eingepfarrt, Utphe Filialort.
Patronat
Graf von Solms-Laubach
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Grafschaft Solms-Laubach ab 1544.
Erster evangelischer Pfarrer: Ludwig Mesomylius bis 1585
Kultur
Schulen
Schule im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts errichtet; 1910 Volksschule mit zwei Klassen, zwei Schulhäuser von 1847 und 1907
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Küther, Wüstung Hausen, S. 157 Anm. 78
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die hessen-darmstädtischen Souveränitätslande, S. 237ff.
- Krapp, Hessische Schulstatistik, S. 145
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Trais-Horloff, Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/10496_trais-horloff> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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